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Qualitätszirkel: Im Austausch bleiben

Quelle: © Suriyawut

Qualitätszirkel: Im Austausch bleiben

Gastkommentar

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mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Ich darf mich an dieser Stelle kurz vorstellen: Seit 1999 bin ich niedergelassen und als Facharzt für Allgemeinmedizin in eigener Praxis tätig. Die Praxis in der Großgemeinde Diemelsee im Norden Hessens deckt dabei das uns wohlbekannte hausärztliche Spektrum von der Versorgung der jüngsten bis zu den ältesten Patienten innerhalb und außerhalb der Praxis in der häuslichen Betreuung oder im Alten­pflegeheim ab. Darüber hinaus liegen mir die Fortbildung und Schulung der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen am Herzen: Ausgebildet zum Qualitätszirkeltutor durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung bilde ich mit Unterstützung der Abteilung für Qualitätsförderung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu Qualitätszirkelmoderatorinnen und Qualitätszirkelmoderatoren aus.

Seit dem Beginn meiner Arbeit in den Zirkelsitzungen fand ich einerseits die diversen Themen nach dem Curriculum der KBV gut einsetzbar, andererseits die Verwendung von Qualitäts­zirkel-Modulen vielversprechend. Auf der allen zugänglichen Seite der KBV sind über 30 Module zu verschiedensten Themen abrufbar. Noch kurz zur Erklärung: Qualitätszirkel sind regelmäßig stattfindende Sitzungen, deren Struktur und Inhalte nach dem Curriculum der KBV geregelt sind. Durch die Struktur und den Aufbau der einzelnen Module sowie der ebenfalls verfügbaren Inhalte von der Einladung über Moderations- und Analysebogen bis hin zum vorgefertigten Feedback-Bogen soll es den Moderatorinnen und Moderatoren eines Qualitätszirkels die Bearbeitung eines Themas erleichtern und einen Anreiz schaffen, sich mit den Themenbereichen verschiedener medizinischer Aspekte in der Patientenversorgung auseinanderzusetzen.

Diskutieren, reflektieren, weiterbilden

Sinn und Zweck dieser Arbeit im Qualitätszirkel ist es daher, aktuelle Dinge aus unseren Praxen zu besprechen und wichtige Themen zu reflektieren, sich also gegenseitig weiterzubilden. Beispiele sind hier Zirkelsitzungen zu diagnostischen und therapeutischen Prozessen, Fragen zur Pharmako­therapie, evidenzbasierter Medizin oder DMPs. Aber auch zur Kommunikation und Kooperation, hier zu vernetzten Strukturen oder Schnittstellen ambulant/stationär, ergeben sich in der Diskussion viele Anhaltspunkte. Ebenso sind Themen zum Qualitätsmanagement, zur Hygiene oder Rückschlüsse aus Patientenbefragungen denkbar.

Aus eigener Erfahrung geben insbesondere Zirkelsitzungen zur Multimedikation, zur Pharmakotherapie Anlass zu regen Diskussionen. Auslöser sind hier häufig die medikamentösen Entlassungsempfehlungen der Krankenhäuser, also der Übergang in unsere ambulante, hausärztliche Versorgung und die Überprüfung der möglichen Übernahme in die eigene Verordnung und Weiterführung der begonnenen Therapie. Im Einzelnen lässt sich eine solche Fallbesprechung auch im Rahmen einer Patientenfallkonferenz eruieren, die in der Regel bei multimorbiden Patienten die Chance gibt, auch diffizile Fragestellungen im Zirkel zu bearbeiten.

Damit wollen wir dieses Wissen, diese wertvollen Erfahrungen in die vertragsärztlichen Qualitätszirkel und damit in die allgemeinmedizinischen, internistischen bzw. an der Thematik interessierten Praxen hineintragen. Diese Zirkel zu führen, zu begleiten und an der Themenarbeit zu wirken, hat seine eigene Faszination und stellt einen wichtigen Aspekt unserer ärztlichen Tätigkeit dar – es ist unser hausärztliches Instrument.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihren Qualitätszirkeln und anregende Gespräche!

Dr. med. Claus Haeser
Facharzt für 
Allgemeinmedizin
mit Praxis in Diemelsee

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