Allgemeinmedizin » Diabetes

»

Sättigungsgefühl: Zuständige Nervenzellen machen auch Lust auf Süßes

© Marco – stock.adobe.com

Sättigungsgefühl: Zuständige Nervenzellen machen auch Lust auf Süßes

Fachbeitrag

Allgemeinmedizin

Diabetes

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Das Essen ist vorbei, man ist satt – und jetzt? Überkommt die meisten Menschen die Lust auf Süßes. Deutsche Forscher haben nun entdeckt, dass das, was sie den „Dessertmagen“ nennen, im Gehirn verankert ist. Die Nervenzellen, die uns nach einer Mahlzeit ein Sättigungsgefühl signalisieren, sorgen auch dafür, dass wir noch Lust auf Süßes haben. Untersuchungen am Gehirn von Mäusen zeigten, dass dieselben Nervenzellen, die so genannten POMC (Pro-opiomelanocortin)-Neuronen, aktiv werden, sobald der Körper Nahrung aufgenommen hat, und den Appetit unterdrücken. Wenn Mäuse satt sind und Süßes fressen, schütten diese Nervenzellen nicht nur Botenstoffe aus, die dem Körper Sättigung signalisieren, sondern auch das körpereigene Opiat ß-Endorphin, das auf andere Nervenzellen mit Opiatrezeptoren wirkt und ein Belohnungsgefühl auslöst. Das veranlasst die Mäuse, noch mehr Zucker zu essen. Dieser „Dessertmagen-Signalweg“ wird bei Mäusen und Menschen schon bei bloßer Wahrnehmung aktiviert, was evolutionär sinnvoll ist, da Zucker schnell Energie liefert. Die Ergebnisse könnten künftig über die Blockade von Opiatrezeptoren als mögliche Ergänzung zu Therapien bei Übergewicht von Bedeutung sein.

Literatur: Minère M et al. Science 2025;387:750–758.
DOI:10.1126/­science.adp1510

Quelle: Pressemitteilung ­Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Köln

Bildquelle:© Marco – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Verkehrsschild mit Tempo 30 Lärmschutz an befahrener Straße in einem Wohngebiet

Lärmbelastung durch den Verkehr als kardiovaskulärer Risikofaktor

Fachbeitrag

Lärmbelastung durch Auto-, Schienen- und Flugverkehr ist ein Umweltfaktor mit kardiovaskulärer Relevanz. Insbesondere eine nächtliche Exposition fördert unter anderem durch Schlafstörungen und wiederholte Stressreaktionen die Entstehung vaskulärer und metabolischer Erkrankungen. Mehr zum kostenpflichten Artikel (inkludiert im Abo der internistischen praxis)

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen
Symbolbild für Diversität

Diversitätsmedizin„Willst du mich behandeln, musst du wissen, wer ich bin“

Fachbeitrag

Im Praxisalltag können verschieden Aspekte von Diversität unbewusst Einfluss auf die Behandlung haben. Wichtig ist, den Kontext, in dem eine medizinische Situation entstanden ist, zu verstehen und für die Therapie zu berücksichtigen. Dabei kann das Rad der Sichtbarkeit als neues wissenschaftliches Instrument zur Berücksichtigung von Diversitätsmerkmalen unterstützen.

Allgemeinmedizin

CME

Beitrag lesen
Knochenmarkuntersuchung mit mikroskopischem Bild eines schwelenden oder frühen multiplen Myeloms.

Wann ist eine Therapie beim Smoldering Myelom sinnvoll?

Fachbeitrag

Beim Smoldering Myelom rücken Indikationsstellung, Risikostratifizierung und der potenzielle Nutzen einer frühzeitigen Therapie zunehmend in den Fokus. Es wird der aktuelle Kenntnisstand zum Smoldering Myelom zusammengefasst und die potenziellen Therapieoptionen dargestellt.

Allgemeinmedizin

Onkologie

Beitrag lesen