Bis zu 30.000 Menschen sind in Deutschland nach einer schweren Erkrankung dauerhaft auf eine außerklinische künstliche Beatmung angewiesen. Viele von ihnen haben bislang nur begrenzte Möglichkeiten, während des Klinikaufenthalts davon entwöhnt zu werden – auch wenn sie das eigenständige Atmen wieder erlernen könnten. Das Versorgungsangebot „Lebensluft“ der AOK Rheinland/Hamburg und des Helios Klinikums in Krefeld, das 2016 eingeführt wurde, setzt genau hier an: Sie gibt langzeitbeatmeten Patienten die Perspektive auf ein Leben ohne Beatmungsgerät. Betroffene erhalten vor ihrer Entlassung auf einer speziell dafür ausgerichteten Station ein Entwöhnungsprogramm, das medizinische, pflegerische therapeutische und psychosoziale Aspekte verbindet.
Patienten werden schrittweise von der künstlichen Beatmung entwöhnt, so dass sie wieder ein selbstbestimmtes Leben im häuslichen Umfeld führen können. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung mit 385 Patienten bescheinigte nun der stationären Versorgung einen deutlichen Vorteil gegenüber der Regelversorgung: 59,6% der Patienten konnten innerhalb eines Jahres erfolgreich von der künstlichen Beatmung entwöhnt werden, in der Vergleichsgruppe waren es lediglich 24,6%. Dauerhaft ohne Beatmung leben konnten 46,2% der Probanden (vs. 4,2% in der Kontrollgruppe).
Quelle: Pressemitteilung AOK





