Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden fast dreimal häufiger unter Riech- und Geschmacksstörungen als Gesunde. Folge kann ein verändertes Essverhalten sein, das sich möglichweise auf das Darmmikrobiom auswirkt. Deutsche Forscher haben jetzt die Zusammenhänge von T2D, chemosensorischen Störungen und einer Dysbiose des Darmmikrobioms genauer untersucht. An der Studie nahmen 146 Erwachsenen (66 mit T2D, 80 Kontrollpersonen) teil. Neben Untersuchungen zu Geschmack und Geruch, erfolgte auch eine Bewertung des Neuropathie-Status sowie eine Analyse des Darmmikrobioms. Ergebnis: Teilnehmer mit T2D wiesen signifikant niedrigere Geschmacks- sowie Geruchswerte auf. Auch Störungen von Geruch und Geschmack traten bei ihnen häufiger auf, ebenso wie neuropathische Störungen. Nach Adjustierung um Alter, Geschlecht, Adipositas und COVID-Vorgeschichte erwies sich T2D als unabhängiger Prädiktor für Geruchs- sowie Geschmacksstörungen. Die Analyse des Darmmikrobioms ergab eine veränderte Zusammensetzung: Faecalibacterium, Anaerostipes, Agathobacter und Blautia waren verringert, Enterobacteriaceae und Escherichia–Shigella dagegen vermehrt. Eine chemosensorische Dysfunktion beschreibt den Wissenschaftlern zufolge einen metabolischen Mikrobiom-Phänotyp mit glykämischer Belastung, neuropathischen Störungen und Darmdysbiose.
Quelle: Kopanos S et al. AbstractDDG 2026. Diabetologie und Stoffwechsel 2026; 21(S 01): S66-S67. DOI: 10.1055/s-0046-1819973





