Allgemeinmedizin » Diabetes

»

Typ-2-Diabetes: Neuer Klassifikationsalgorithmus für individuellere Behandlung

Typ-2-Diabetes: Neuer Klassifikationsalgorithmus für individuellere Behandlung

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Diabetes

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Diabetes ist nicht gleich Diabetes – eine nicht ganz neue Erkenntnis, die jedoch im Krankheitsmanagement immer noch zu wenig Beachtung findet. Die Behandlung des Typ-2-Diabetes (T2D) orientiert sich bisher meist am HbA1c-Wert, der jedoch die Variabilität der wichtigsten Stoffwechselmerkmale außer Acht lässt. Mit einem neuen Algorithmus, den Dr. Martin Schön vom DDZ in Düsseldorf entwickelt hat, kann die Vielfalt von T2D differenzierter erfasst werden. Neben Alter und Geschlecht nutzte er dazu 9 diagnostische Standardvariablen (HbA1c-Wert, Body-Mass-Index, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Alanin-Aminotransferase, Serumkreatinin, systolischer / diastolischer Blutdruck). Getestet wurde der Algorithmus mit Daten von mehr als 1.000 Patienten aus 2 deutschen Studien. Ergebnis: Patienten konnten nach spezifischen Stoffwechselmustern eingeteilt werden. So haben Menschen mit stark verminderter Insulinproduktion ein höheres Risiko für Nervenschäden, notwendige Insulin-Therapie und diabetisches Fußsyndrom. Menschen mit ausgeprägter Insulinresistenz litten dagegen häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, Nierenschäden und Depressionen. Darüber hinaus zeigten sich Unterschiede im Entzündungsprofil und in der Fettverteilung. Die DGIM würdigte die Arbeit von Schön mit dem Präventionspreis 2025.

Literatur: Schön M et al. The Lancet Diabetes & Endocrinology 2023.  https://doi.org/10.1016/S2213-8587(23)00329-7

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin DGIM

Bildquelle: © lukszczepanski  – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt sitzt neben Patient und erklärt ihr etwas auf dem Tablet

Im gesunden Kontakt – das Arzt-Patienten-Gespräch

Aktuelles

von Michael Dietl Wir wissen längst, dass Worte wirken. Auch, wenn es um Gesundheit und Krankheit geht. Mit welchen Worten und mit welcher Haltung Ärztinnen und Ärzte die Anamnese einleiten, ...

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen
Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen