Eine internationale Analyse zeigt, dass Umweltkriterien in der Forschungsförderung der Dermatologie selten verankert sind: Nur 7 Prozent der untersuchten Förderer beziehen Nachhaltigkeit in die Begutachtung ein.
Eine internationale Querschnittsstudie im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology kommt zu dem Schluss, dass Umweltaspekte in der Förderpraxis der Dermatologie bislang nur vereinzelt berücksichtigt werden. Die Autorinnen und Autoren untersuchten 28 Förderorganisationen aus 20 Ländern und wollten klären, ob diese Nachhaltigkeitsziele öffentlich benennen und ob Umweltkriterien in Antrags- oder Bewertungsverfahren einfließen.
Nach Angaben der Arbeit verfügten nur 4 von 28 Förderern über eine öffentlich zugängliche Nachhaltigkeitsmission oder -politik, und lediglich 2 von 28 bezogen Umweltkriterien explizit in die Förderbewertung ein. Beide Fälle betrafen staatliche Förderer aus Kenia und Australien; bei patienten- oder wohlfahrtsgetragenen Organisationen fanden sich solche Kriterien nicht. Die detaillierten Bewertungsmaßstäbe waren zudem nicht öffentlich einsehbar, was die Transparenz für Antragstellende und andere Förderer einschränkt.
Die Auswertung deutet außerdem auf Unterschiede nach Ländergruppen hin: In den untersuchten Hochlohnländern hatte ein höherer Anteil der Förderer relevante Programme, während in Ländern mit niedrigerem Einkommen kaum entsprechende Strukturen gefunden wurden. Die Autoren verweisen darauf, dass die ökologische Belastung klinischer Forschung erheblich ist und Nachhaltigkeit deshalb stärker in Förderlogiken integriert werden sollte. Als mögliche Hürden nennen sie konkurrierende Prioritäten, fehlende Bewertungsrahmen, zusätzlichen Verwaltungsaufwand und das Fehlen internationaler Standards.
Für die dermatologische Forschung leitet die Studie vor allem einen klaren Handlungsbedarf ab: Nachhaltigkeitskriterien, transparente Vorgaben und gemeinsame internationale Standards könnten helfen, den ökologischen Fußabdruck wissenschaftlicher Projekte zu senken. Zugleich schließen die Autorinnen und Autoren an Empfehlungen der EADV Climate Task Force an, die unter anderem eine stärkere Berücksichtigung des Carbon Footprints in Forschungsarbeiten anregt.
(sma)
Quelle: Badawy, H., Taylor, L., Haykal, D., Mitrova Telenta, J., Gilaberte, Y., de Berker, D., Niebel, D., & Tso, S. (2026). Environmental criteria in dermatology research grants. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. Advance online publication. https://doi.org/10.1111/jdv.70602





