Dermatologie » Allgemeine Dermatologie » Versorgung, Forschung und Leitlinien

»

Förderpraxis: Nachhaltigkeit spielt kaum eine Rolle

© StockPhotoPro – stock.adobe.com

Förderpraxis: Nachhaltigkeit spielt kaum eine Rolle

Aktuelles

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: DermaForum

Eine internationale Analyse zeigt, dass Umweltkriterien in der Forschungsförderung der Dermatologie selten verankert sind: Nur 7 Prozent der untersuchten Förderer beziehen Nachhaltigkeit in die Begutachtung ein.

Eine internationale Querschnittsstudie im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology kommt zu dem Schluss, dass Umweltaspekte in der Förderpraxis der Dermatologie bislang nur vereinzelt berücksichtigt werden. Die Autorinnen und Autoren untersuchten 28 Förderorganisationen aus 20 Ländern und wollten klären, ob diese Nachhaltigkeitsziele öffentlich benennen und ob Umweltkriterien in Antrags- oder Bewertungsverfahren einfließen.

Nach Angaben der Arbeit verfügten nur 4 von 28 Förderern über eine öffentlich zugängliche Nachhaltigkeitsmission oder -politik, und lediglich 2 von 28 bezogen Umweltkriterien explizit in die Förderbewertung ein. Beide Fälle betrafen staatliche Förderer aus Kenia und Australien; bei patienten- oder wohlfahrtsgetragenen Organisationen fanden sich solche Kriterien nicht. Die detaillierten Bewertungsmaßstäbe waren zudem nicht öffentlich einsehbar, was die Transparenz für Antragstellende und andere Förderer einschränkt.

Die Auswertung deutet außerdem auf Unterschiede nach Ländergruppen hin: In den untersuchten Hochlohnländern hatte ein höherer Anteil der Förderer relevante Programme, während in Ländern mit niedrigerem Einkommen kaum entsprechende Strukturen gefunden wurden. Die Autoren verweisen darauf, dass die ökologische Belastung klinischer Forschung erheblich ist und Nachhaltigkeit deshalb stärker in Förderlogiken integriert werden sollte. Als mögliche Hürden nennen sie konkurrierende Prioritäten, fehlende Bewertungsrahmen, zusätzlichen Verwaltungsaufwand und das Fehlen internationaler Standards.

Für die dermatologische Forschung leitet die Studie vor allem einen klaren Handlungsbedarf ab: Nachhaltigkeitskriterien, transparente Vorgaben und gemeinsame internationale Standards könnten helfen, den ökologischen Fußabdruck wissenschaftlicher Projekte zu senken. Zugleich schließen die Autorinnen und Autoren an Empfehlungen der EADV Climate Task Force an, die unter anderem eine stärkere Berücksichtigung des Carbon Footprints in Forschungsarbeiten anregt.

(sma)

Quelle: Badawy, H., Taylor, L., Haykal, D., Mitrova Telenta, J., Gilaberte, Y., de Berker, D., Niebel, D., & Tso, S. (2026). Environmental criteria in dermatology research grants. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. Advance online publication. https://doi.org/10.1111/jdv.70602

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Olga Sidel'nikova – stock.adobe.com

EMA prüft Zulassungserweiterung von Lebrikizumab bei AD für Kleinkinder

Aus der Industrie

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Antrag zur Erweiterung der Zulassung für das Biologikum EBGLYSS® (Wirkstoff: Lebrikizumab) zur Prüfung angenommen. Damit rückt eine gezielte Therapieoption für Säuglinge und Kleinkinder ab sechs Monaten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis in greifbare Nähe.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Weitere chronisch-entzündliche Dermatosen

Beitrag lesen
© sommart - stock.adobe.com

Die Globale Morbiditätslücke wächst

Aktuelles

Trotz weltweit steigender Lebenserwartung verbringen Menschen immer mehr Jahre mit gesundheitlichen Einschränkungen. Die globale Morbiditätslücke vergrößerte sich von 1990 bis 2023 spürbar.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen
© magele-picture – stock.adobe.com

Zink, Vitamin C und Vitamin D bei chronischen Wunden

Fachbeitrag

Wenn die Heilung einer chronischen Wunde stagniert, liegt es nicht immer an der lokalen Wundauflage. Es stellt sich auch die Frage, ob die Zellen ausreichend versorgt sind. Zink, Vitamin C und Vitamin D gehören zu den Biofaktoren, die Gewebeaufbau, Barriere und Immunantwort unterstützen können. Sie ersetzen keine Druckentlastung, Kompression oder Infektkontrolle, ergänzen aber den Blick auf behandelbare Mangelzustände.

Dermatologie

Wundheilung

Beitrag lesen