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DDG, DAG und DANK fordern Süßgetränkesteuer – und liefern die Evidenz dazu

Zuckerwürfel liegen aufeinander gestapelt und darüber ist eine rote Zick-Zack-Linie mit einem Pfeilende drapiert.

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DDG, DAG und DANK fordern Süßgetränkesteuer – und liefern die Evidenz dazu

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Erschienen in: diabetes heute

Über 40 führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen sich klar für die Einführung einer Süßgetränkesteuer aus. Eine neue Stellungnahme bündelt die internationale Evidenz – mit konkreten Implikationen für die Prävention von Typ-2-Diabetes und Adipositas.

Die Forderung nach einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke ist in Deutschland seit Jahren politisch umstritten – obwohl andere Länder längst Erfahrungen damit gesammelt haben. Nun hat ein breites Bündnis medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften, angeführt von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK), eine umfassende Stellungnahme veröffentlicht, die den aktuellen Forschungsstand systematisch aufbereitet. Für Behandelnde im diabetologischen und internistischen Bereich liefert das Papier wichtige Hintergründe – denn die Frage, wie Typ-2-Diabetes auf Bevölkerungsebene verhindert werden kann, betrifft auch die tägliche Praxis.

Klare Botschaft aus der Wissenschaft

Am 21. April 2026 veröffentlichten mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Stellungnahme „Wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern” (von Philipsborn et al., Zenodo 2026). Das Papier wurde von zahlreichen weiteren Fachgesellschaften unterstützt, darunter die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sowie die Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH).

Der Hintergrund: Die FinanzKommission Gesundheit hatte zuvor die Einführung einer Süßgetränkesteuer zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge empfohlen. Die Stellungnahme reagiert nun auf die laufende politische Debatte und ordnet die Evidenzlage ein – sachlich, differenziert und auf Basis internationaler Studiendaten.

Süßgetränke und Typ-2-Diabetes: ein belegter Zusammenhang

Die gesundheitsschädlichen Effekte eines regelmäßigen Konsums zuckergesüßter Getränke gelten den Autorinnen und Autoren zufolge als wissenschaftlich zweifelsfrei belegt. Besonders relevant für die Diabetologie: Der regelmäßige Konsum dieser Getränke erhöht das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes nachweislich.

„Daten aus anderen Ländern zeigen, dass eine Zuckersteuer ein wirksames Instrument ist. Prävention beginnt auch im Bundestag – eine Zuckersteuer ist längst überfällig.”

DDG-Präsidentin Prof. Dr. Julia Szendrödi

Aus Sicht der DAG ist der gesellschaftliche Handlungsbedarf ebenfalls dringend: In Deutschland hat derzeit ein Viertel aller Erwachsenen Adipositas, mit steigender Tendenz. Unter jungen Erwachsenen hat sich die Häufigkeit von Adipositas laut Hauptautor Prof. Dr. Peter von Philipsborn in den letzten 20 Jahren sogar verdreifacht. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Adipositas belaufen sich auf über 60 Milliarden Euro jährlich.

Was die internationale Evidenz zeigt

Die Stellungnahme wertet Erfahrungen aus Ländern aus, die Süßgetränkesteuern bereits eingeführt haben – darunter Großbritannien, Mexiko, Portugal und mehrere US-Bundesstaaten.

Die Befunde:

  • Angemessen ausgestaltete Süßgetränkesteuern reduzieren den Konsum zuckergesüßter Getränke und die Gesamtzuckeraufnahme wirksam.
  • Eine zunehmende Zahl von Studien zeigt direkte Effekte auf Übergewicht und Adipositas: Entweder sinkt die Prävalenz, oder der Anstieg verlangsamt sich.
  • Die Steuer wirkt besonders dann, wenn sie ausreichend hoch bemessen ist und auf den Zuckergehalt bezogen wird (wie etwa in Großbritannien mit der sogenannten Soft Drinks Industry Levy).

Gleichzeitig wird in der Stellungnahme betont: Eine Süßgetränkesteuer allein kann den Adipositas-Trend nicht umkehren. Sie sei jedoch ein wichtiger Baustein einer umfassenden Präventionsstrategie – ergänzt durch weitere ernährungs- und bewegungsbezogene Maßnahmen auf gesellschaftlicher Ebene.

Fazit

Die gesundheitspolitische Debatte ist für die Diabetologie relevant: Gelingt es, den Konsum zuckergesüßter Getränke auf Bevölkerungsebene zu senken, könnten mittelfristig weniger Menschen mit Prädiabetes oder neu manifestem Typ-2-Diabetes die Praxis aufsuchen. Die Steuer wirkt dort, wo individuelle Aufklärung an strukturelle Grenzen stößt – als verhältnispräventive Maßnahme, die das gesundheitsfördernde Verhalten erleichtert, ohne es zu erzwingen.

„Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat sich bereits für die Süßgetränkesteuer ausgesprochen. Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Es ist Zeit zu handeln.”

DANK-Sprecherin Barbara Bitzer

Stellungnahme: von Philipsborn P, Joisten C, Rehfuess E, Hauner H, Koletzko B, Weihrauch-Blüher S, Buyken A, Emmert-Fees KMF, Rubin D, Bosy-Westphal A. (2026): Wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern. Zenodo. [Link]

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 21.04. 2026: DDG, DAG und DANK: Aktuelle wissenschaftliche Evidenz spricht für Süßgetränkesteuern

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