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Prädiabetes frühzeitig erkennen – KI als Werkzeug der betrieblichen Prävention

Ein Mann mit Anzug sitzt vor einem geöffneten Laptop, in der Luft steht USECASE und darum sind verschiedene Tech-Symbole angeordnet.

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Prädiabetes frühzeitig erkennen – KI als Werkzeug der betrieblichen Prävention

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Chronische Erkrankungen wie Diabetes entstehen oft schleichend – und bleiben lange unentdeckt. Die Arbeitsmedizin könnte mit KI-Unterstützung zu einem wichtigen Früherkennungsort werden, der Menschen erreicht, bevor sie im klassischen Versorgungssystem auftauchen.

Für Diabetologinnen und Diabetologen ist die Frage nicht neu: Wie lässt sich Typ-2-Diabetes früher erkennen und verhindern? Ein ungewöhnlicher Ansatz kommt aus der Arbeitsmedizin. Prof. Susanne Völter-Mahlknecht, Direktorin des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Präventivmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen, entwickelt KI-gestützte Modelle, die Risikofaktoren – darunter Prädiabetes – bereits im betrieblichen Kontext sichtbar machen sollen. Das Interview, das die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) veröffentlicht hat, gibt Einblick in einen Forschungsansatz, der für die diabetologische Versorgungslandschaft durchaus relevant ist.

Arbeitsplatz als Ort der Diabetesprävention

Viele Beschäftigte nehmen regelmäßig arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen wahr, suchen jedoch selten eigeninitiativ hausärztliche oder fachärztliche Hilfe auf. Völter-Mahlknecht sieht darin eine strukturelle Chance.

„Wir erreichen Menschen, die sonst oft gar nicht im Gesundheitssystem auftauchen.“

Prof. Susanne Völter-Mahlknecht,
Direktorin des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Präventivmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen

Prädiabetes als Beispiel benennt sie explizit – früh erkannt, könne rechtzeitig gegengesteuert werden, bevor sich ein manifester Diabetes mit Komplikationen entwickle.

KI als Kopilot – nicht als Autopilot

Der Forschungsansatz setzt auf die Verknüpfung großer, heterogener Datensätze aus Arbeitsumfeld, Biologie und Lebensstil. KI-Modelle sollen Muster erkennen und frühzeitig Hinweise geben – unter strikter Wahrung der ärztlichen Entscheidungshoheit. „KI ist ein Kopilot, kein Autopilot“, betont Völter-Mahlknecht. Das Prinzip „Human in the Loop“ ist für ihr Team nicht verhandelbar: Die Verantwortung verbleibt beim Menschen.

Für Behandelnde bedeutet das: Sollten solche Modelle in die betriebsärztliche Praxis einziehen, könnten sie als Zuweisung in die diabetologische Versorgung fungieren – mit potenziell besserer Früherkennung als bisher.

Datenschutz und Vertrauen als Grundvoraussetzung

Ein zentrales Thema bleibt der Datenschutz. Gesundheitsdaten im betrieblichen Kontext sind sensibel. Völter-Mahlknecht betont: Datenhoheit liegt beim Beschäftigten, Schweigepflicht gilt uneingeschränkt, Daten dürfen nicht in Personalentscheidungen einfließen. Für die interdisziplinäre Forschung sitzt ein breites Akteursspektrum am Tisch – Unternehmen, Gewerkschaften, Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungsträger sowie die Wissenschaft.

Implikation für die diabetologische Praxis

Für Diabetologinnen und Diabetologen ergibt sich aus diesem Ansatz eine perspektivische Relevanz: Die betriebsärztliche Vorsorge könnte künftig als niedrigschwelliger Screeningkanal dienen und Betroffene früher in die fachärztliche Versorgung überweisen. Eine engere Vernetzung zwischen Arbeitsmedizin und Diabetologie – etwa bei der Definition geeigneter Früherkennungsparameter – erscheint sinnvoll.

Quelle: Pressemitteilung der Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM) vom 23.06.2026: KI-Forschung: „Am Ende muss immer der Mensch entscheiden!“

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