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Diabetes im politischen Abseits: DDG fordert Kurskorrektur

Symbolbild; Schriftzug "Koalitionsvertrag" auf weißem Hintergrund

Diabetes im politischen Abseits: DDG fordert Kurskorrektur

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3 MIN

Erschienen in: diabetes heute

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und ihre Partnerorganisationen richten einen dringenden Appell an die neue Bundesregierung, um auf die gravierenden Defizite in der Versorgung und Prävention von Diabetes aufmerksam zu machen. Dabei fordern die Verbände nicht nur eine stärkere Berücksichtigung von Diabetes im politischen Diskurs, sondern auch die Umsetzung konkreter Maßnahmen, die sowohl die gesundheitliche als auch wirtschaftliche Situation in Deutschland verbessern können.

Fehlende Berücksichtigung von Diabetes im Koalitionsvertrag

Die DDG kritisiert, dass im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung weder der Begriff „Diabetes“ noch konkrete Maßnahmen zur Prävention oder Versorgung dieser Volkskrankheit erwähnt werden. Angesichts von neun Millionen Betroffenen und jährlich 500.000 Neuerkrankungen in Deutschland sei dies ein schwerwiegendes Versäumnis. Die Verbände fordern die Entwicklung einer nationalen Diabetesstrategie und die Verankerung verhältnispräventiver Maßnahmen [1,2].

Herausforderungen in der Versorgung

Die angekündigten Reformen im Gesundheitswesen, wie die Anpassung der Leistungsgruppen in der stationären Versorgung, werden grundsätzlich begrüßt. Dennoch besteht die Sorge, dass die Versorgung chronisch Kranker, insbesondere in ländlichen Regionen, weiter unter Druck gerät. Die DDG fordert eine flächendeckende Sicherung der Versorgung durch zertifiziertes Personal und strukturelle Angebote, um die Behandlungsqualität zu gewährleisten [1].

Konkrete Präventionsmaßnahmen

Die DDG fordert die Einführung spezifischer Präventionsmaßnahmen, die sich bereits in anderen Ländern bewährt haben.
Dazu gehören:

  • Herstellerabgabe auf zucker- gesüßte Getränke [2]
  • Steuerliche Vorteile für gesunde Lebensmittel (Mehrwertsteuer­befreiung) [2]
  • Verbindliche DGE-Standards für die Schulverpflegung [3]
  • Täglich eine Stunde Bewegung in Kitas und Schulen [3]

Diese Maßnahmen könnten nicht nur die Krankheitslast durch Diabetes und andere nichtübertragbare Krankheiten reduzieren, sondern auch langfristig die öffentliche Gesundheit verbessern.
Die DDG betont zudem die wirtschaftlichen Vorteile. Die jährlichen Kosten durch Tabak- bzw. Alkoholkonsum und Adipositas (97/57/63 Milliarden Euro) könnten durch verhältnispräventive Maßnahmen deutlich gesenkt werden [2]. Zudem könnten die zusätzlichen Einnahmen in Präventionsprogramme reinvestiert werden [2].

Schutz der nächsten Generation

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die DDG fordert, dass die Bundesregierung:
Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richten, verbindlich umsetzt [
Gesundheitsförderung durch Bewegung und gesunde Ernährung in den Lehrplan von Schulen und Kitas integriert [3].
Diese Maßnahmen schützen Kinder vor gesundheitsschädlichen Einflüssen ermöglichen eine gesunde Zukunft.

Fehlende Priorisierung von Prävention

Der neue Koalitionsvertrag enthält keine konkreten Maßnahmen zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Dies sei angesichts der volkswirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Bedeutung von Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen eine verpasste Chance, sagt die DDG [1,2]. Die fehlende nationale Präventionsstrate­gie müsse dringend nachgeholt werden, um die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu sichern.
Die DDG fordert die Bundesregierung auf, Prävention als Querschnittsauf­gabe zu betrachten, die alle Ressorts betrifft – von Gesundheit über Bildung bis hin zur Wirtschaft. Andere Länder zeigen bereits, wie verhältnispräven­tive Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können. Deutschland dürfe hier nicht länger hinterher­hinken, sondern müsse aktiv Verantwortung übernehmen [2, 3].

Quellen:
[1] DDG-Pressemitteilung vom 05.05.25 [Link]
[2] DANK: 6-Punkte-Plan zur Bundestagswahl 2025 vom 05.02.25 [Link]
[3] DANK-Kommentar: Wer Kinder stärken will, darf ihre Gesundheit nicht ignorieren. [Link]

Bildquelle: © magele-picture – stock.adobe.com

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