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DiaTec 2026: Mehr als Technik – eine Frage der Haltung

Veranstaltungsraum bei der diatec 2026

Quelle: © Birgit Schulze

DiaTec 2026: Mehr als Technik – eine Frage der Haltung

Kongress

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Sonstiges

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: diabetes heute

Rund 9000 Teilnehmende vor Ort und online, vielfältige Vorträge und ein inspirierendes Miteinander: Vom 22. bis 24. Januar 2026 setzte die 15. diatec in Berlin erneut Maßstäbe als praxisnahes Branchenevent – in diesem Jahr mit besonderem Fokus auf Interoperabilität der Diabetestechnologie.

Die Veranstaltung versteht sich als Reallabor der Diabetologie: Hier begegneten sich Behan­delnde, Beratende und Betroffene auf Augenhöhe – geprägt von offenem Austausch, in einer zugleich 
lockeren wie fokussierten Atmosphäre.

Kongressauftakt und Datendynamik

Der erste Kongresstag stand traditionell im Zeichen des neuen dt-reports. Dieser wurde 2026 um Daten aus europäischen Nachbarländern wie Spanien, Polen und Italien erweitert und basiert auf rund 6500 befragten Personen mit Diabetes sowie über 1000 Behandelnden.

 „Der dt-report ist ein Datenschatz“, betonte Barbara Bitzer (DDG-Geschäftsführerin) – und tatsächlich unterstrei­chen die Ergebnisse die Dynamik der Diabeto­logie. AID-Systeme sind – entgegen der Prognosen bei den ersten diatecs – rasant auf dem Vormarsch und auch Menschen mit Typ-2-Diabetes werden zunehmend technikaffiner.

Gleichzeitig zeigt sich: Einzelpraxen nehmen weiter ab, ein großer Teil der Behandelnden ist über 50 Jahre alt – Nachwuchs und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen bleiben zentrale Herausforderungen.

Innovation trifft Versorgungsrealität

Das Programm ging in die Tiefe: Praxisnahe Formate beleuchteten kritisch den Einsatz neuester Technologien wie CGM und AID – etwa im klinischen Alltag, bei Schwangeren oder in der Adoleszenz. Parallel reichten die strategischen 
Debatten von KI-Innovationen bis hin zu neuen Versorgungsmodellen.

Neben Techniktrends wurden die strukturellen und politischen Herausfor­derungen diskutiert: Mehr Bürokratie, sinkende Erstattungen bei Innovationen und die nach wie vor unzureichende Vergütung belasten viele Teams im Alltag. In den Podiumsdiskussionen und politischen Panels – oft mit direktem Dialog zwischen Leistungserbringern, Kostenträgern und Politik – wurde die drängende Notwendigkeit für Reformen und Entlastungen klar benannt. Derek Brandt aus Bern machte deutlich: „Wir müssen die richtige Technik am richtigen Ort zum Einsatz bringen.“

Persönliche Eindrücke

Was die diatec aus meiner Sicht besonders macht, ist die offene, kollegiale Atmosphäre – ein Punkt, den auch die Teilnehmenden in Gesprächen betonten. Nach jedem Vortrag bleibt viel Raum für konstruktiven Fach- und Erfahrungsaustausch. Die Diskussionen in den Sessions leben davon, dass der Mikrofonwürfel durch den Raum fliegt und so möglichst viele Stimmen zu Wort kommen.

Auch Bewegung wird auf lockere Art eingebunden: In den Pausen motiviert ein Trainer zu kleinen Bewegungs­snacks – eine praktische Erinnerung daran, dass jede Bewegung hilft, auch im Kongresssaal.

Bemerkenswert viele Beraterinnen und Berater nutzen die Kongressbühne intensiv, um sich über aktuelle und kommende Techniktrends zu informieren; mehrere Workshops waren so gut besucht, dass zusätzliche Plätze nötig wurden. Besonders inspirierend war für mich die KI-Session: Ein nützlicher Praxis-Tipp war gleich zu Beginn die KI ganz konkret zu fragen: „Wie sollte mein Prompt formuliert sein, um bestmöglich die gewünschte Information zu erhalten?“

Fazit & Ausblick

Die DiaTec 2026 zeigte sich erneut als Impulsgeber und Gradmesser einer hochdynamischen Disziplin – voller Innovationsfreude, aber auch mit klaren Appellen an Politik und Gesellschaft. Die Stimmung vor Ort lieferte dabei die passende Interpretation für das Kongressmotto „Interoperabilität – mehr als Technik?!“: Gemeint ist nicht nur die Vernetzung von Systemen, sondern vor allem die Bereitschaft und der Wille zur echten Kollaboration über Sektoren- und Teamgrenzen hinweg.

Autorin: Birgit Schulze

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