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KI prognostiziert Erfolg einer Lebensstiltherapie bei Adipositas

Eine ältere Ärztin sitzt an einem Tisch mit einem aufgeklappten Computer, eine Patientin sitzt ihr gegenüber.

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KI prognostiziert Erfolg einer Lebensstiltherapie bei Adipositas

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Ein Forschungsteam der Universität Hohenheim hat ein KI-Modell entwickelt, das den Erfolg eines einjährigen Lebensstilprogramms bei Menschen mit fortgeschrittener Adipositas prognostizieren soll. Dafür wurden klinische Daten mit Informationen zum Darmmikrobiom und Blutmetabolom kombiniert. Das Verfahren könnte künftig dabei helfen, Therapieangebote stärker am individuellen Ansprechen auszurichten.

Eine Änderung des Lebensstils gilt als wenig invasive Form der Adipositastherapie. Strukturierte Programme mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie können zu deutlicher Gewichtsabnahme und weiteren gesundheitlichen Verbesserungen führen. Nach Angaben der Universität Hohenheim profitieren jedoch nicht alle Teilnehmenden in gleichem Maß – auch dann nicht, wenn sie regelmäßig an einem Programm teilnehmen.

Vor diesem Hintergrund untersuchte ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Instituts für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim, ob sich der spätere Behandlungserfolg bereits vor Beginn einer Intervention anhand verschiedener biologischer und klinischer Merkmale abschätzen lässt.

Einjährige Lebensstilintervention bei 50 Erwachsenen

In die Untersuchung wurden 50 Erwachsene mit fortgeschrittener Adipositas aufgenommen, überwiegend mit Adipositas Grad III. Alle absolvierten ein einjähriges strukturiertes, nicht medikamentöses und nicht chirurgisches Programm. Es kombinierte Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie und wurde medizinisch begleitet.

Die Intervention umfasste zunächst eine dreimonatige Phase mit standardisierter Trinknahrung von etwa 850 Kilokalorien pro Tag. Darauf folgten eine dreimonatige Übergangsphase und eine sechsmonatige Erhaltungsphase. Bestandteil des Programms waren außerdem wöchentliche Gruppentreffen im Studienzentrum der Universität Hohenheim, der sogenannten Metabolic Unit.

Prognosemodell kombiniert mehrere Datenquellen

Für die Entwicklung des KI-Modells nutzten die Forschenden mehrere hundert Messwerte der Teilnehmenden. Dazu gehörten Angaben zum Körpergewicht, Blutwerte, Daten zur Körperzusammensetzung, Informationen zum Darmmikrobiom sowie das Blutmetabolom. Dieses umfasste knapp 200 im Blut vorkommende Metaboliten.

Das Modell sollte unterscheiden, welche Personen besonders stark auf das Lebensstilprogramm ansprachen – in der Publikation als „major responder“ bezeichnet – und welche eine geringere Gewichtsabnahme erreichten („minor responder“).

Kombination mit Darmmikrobiom zeigte beste Trennschärfe

Nach Angaben der Forschenden erwies sich die Kombination klinischer Daten mit Informationen zum Darmmikrobiom als leistungsfähigste Variante. Für die Unterscheidung zwischen stärkerem und geringerem Ansprechen wurde eine Fläche unter der ROC-Kurve von angegeben.

Perspektive einer stärker personalisierten Therapie

Die Forschenden sehen in dem Prognosemodell einen Schritt hin zu einer personalisierten Adipositastherapie. Künftig könnten Menschen mit Adipositas bereits vor Beginn eines Lebensstilprogramms anhand ihres individuellen Mikrobiom- und Metabolomprofils daraufhin untersucht werden, ob dieser Therapieansatz voraussichtlich erfolgreich sein wird.

Personen, bei denen ein geringerer Erfolg des Programms erwartet wird, könnten nach Vorstellung des Forschungsteams gegebenenfalls anderen Therapieformen zugeordnet werden. In der Pressemitteilung werden dabei medikamentöse Behandlungen oder ein chirurgischer Eingriff als mögliche Optionen genannt.

Die Autoren und die Universität Hohenheim verbinden mit dem Ansatz die Erwartung, dass sich die Erfolgsquote von Abnehmprogrammen erhöhen und die Adipositastherapie künftig effizienter personalisieren lassen könnte.

Redaktionelle Einordnung für die Diabetologie

Die Pressemitteilung und die Originalpublikation befassen sich mit Adipositas und der Vorhersage des Gewichtsverlusts nach einer strukturierten Lebensstilintervention. Ein spezifischer Bezug zu Diabetes oder zur diabetologischen Versorgung wird darin nicht hergestellt. Daher lassen sich aus den vorliegenden Angaben keine unmittelbaren Schlussfolgerungen für Menschen mit Diabetes oder für die Therapieentscheidung in der Diabetologie ableiten.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Hohenheim vom 31.08.2026: Adipositas – Studie entwickelt KI-Prognose über Behandlungserfolg.

Originalpublikation: 

Seethaler B, Basrai M, Delzenne NM, Walter J, Nguyen NK, Bischoff SC. Baseline gut microbiome and metabolome profiles predict weight loss after a structured lifestyle intervention. Microbiome. 2026 Aug 28;14(1):207. doi: 10.1186/s40168-026-02501-x. [Paper]

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