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Kongressbericht: diatec 2025

Kongressbericht: diatec 2025

Kongress

Diabetologie

Sonstiges

3 MIN

Erschienen in: diabetes heute

Die Diatec 2025 in Berlin unter dem Motto „Time for 2“ unterstrich die zentrale Rolle der Technologie in der Therapie von Diabetes mellitus. Die Digitalisierung ist mittlerweile in den Schwerpunktpraxen angekommen. Routinetätigkeiten wie der Download, Transfer und die Analyse von Daten gehören ebenso zum Praxisalltag wie Video-Sprechstunden und virtuelle Schulungen. Betroffene nutzen Diabetes-Apps, von denen einige als digitale 
Gesundheitsanwendungen (DiGAs) verordnet und erstattet werden können. Die Diatec ist eine jährliche Fortbildungskonferenz zu diesen Themen und bietet den Diabetes-Teams die Möglichkeit, ihre Kenntnisse aufzufrischen und über den Einsatz von Technologien in der Versorgung und die digitale Transformation im Praxisalltag zu diskutieren. Im Anschluss an die wissenschaftlich orientierte Diatec fand auch in diesem Jahr der T1Day statt, ein Tag von, mit und für Menschen mit Typ-1-Diabetes, der sich speziell den Bedürfnissen der Betroffenen und ihrer Angehörigen widmet.

Die Veranstaltenden selbst bezeichnen die diatec als eine besondere und moderne Veran­stal­tung, die bewusst „anders“ sein will. Viele junge Rednerinnen und Redner sowie eine bewusste „out of the box“-Denkweise sollen eine lockere Stimmung erzeugen und so die diatec von anderen Fortbildungsveranstal­tungen abgrenzen. Durch die vielen 
geplanten Pausen wurde die Kommunikation und der Austausch gefördert, das kam gut an.

Ein Fokus lag in diesem Jahr auf den breiten Anwendungsmög­lichkeiten von kontinuierlichen Glu­kose­mess­sys­te­men (CGM). Die Veranstaltung bot eine Plattform, um den Nutzen der verfügbaren Technologien umfassend darzustellen und die Evidenz für ihren Erfolg zu präsentieren, die in nahezu allen Studien und Umfragen sichtbar ist. Während CGM-Sys­teme bei Menschen mit Typ-1-Diabetes längst Standard sind, nutzen mittlerweile auch immer mehr Menschen mit Typ-2-Diabetes diese Systeme – meist auf eigene Kosten. Auch Smart-Pens und AID-Sys­teme zeigen vielversprechende Vorteile für diese Betroffenengruppe.
Besonders spannend war auch die Vorstel­lung der neuesten Ergebnisse des dt-Reports, der einen klaren Trend zur verstärkten Nutzung von AID-Sys­te­men zeigte. Die aktualisierten ADA-Richtlinien, die AID-Systeme für verschiedene Diabetesformen empfehlen, wurden als Fortschritt in der Behandlung bewertet.
Ein besonderes Highlight war der “besondere Vortrag“ am Freitagabend (Abbildung oben). Laura Karasek und Stephan Seiler präsentierten die Folge 0 ihres neuen Podcasts „Candy Diaries“. Beide boten einen humorvollen und interessanten Einblick in ihr Leben mit Typ-1-Diabetes und ihre Wahrneh­mung des Gesundheitssystems. Sie thematisierten die Hoffnung auf Heilung, die bei ihrer Diagnose vor vielen Jahren geweckt wurde, und initiierten eine kleine Diskussion über smarte 
Insuline und Stammzelltherapien.
Neben den technologischen Fortschritten war die zwischenmenschliche Erfahrungskomponente ein wesentlicher Bestandteil der diatec 2025. Die Teilnehmenden kamen ins Gespräch und konnten über direkte Begegnungen die für die Diabetologie so wichtige Empathie hautnah zu erleben. Diese Interaktionen tragen dazu bei, ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes zu entwickeln und so die medizinischen Versorgung verbessern. Die Diatec 2025 war ein voller Erfolg, der durch die engagierte Teilnahme von über 900 Teilnehmern, darunter 350 virtuell, und die Unterstützung eines engagierten Organisationsteams ermöglicht wurde.

Verfasst von: Birgit Schulze

Bilderquelle: © B. Schulze

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