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Neuer DFG-Forschungsbereich: Wie Diabetes und Herzerkrankungen zusammenhängen

Auf einer Waage liegen ein Stapel Zuckerwürfel und ein anatomisches Menschenherz.

Quelle: © Mariia - stock.adobe.com

Neuer DFG-Forschungsbereich: Wie Diabetes und Herzerkrankungen zusammenhängen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit mehr als elf Millionen Euro den neuen Sonderforschungsbereich CARDIO-DIABETES-CROSSTALK. Ziel ist es, die molekularen Grundlagen der Verbindung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entschlüsseln – und daraus neue Methoden zur Früherkennung und Prävention zu entwickeln.

Das kardiovaskuläre Risiko gehört zu den zentralen Herausforderungen in der Versorgung von Menschen mit Diabetes. In Deutschland leben rund 9,5 Millionen Betroffene, und bei Typ-2-Diabetes ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekanntermaßen deutlich erhöht. Obwohl dieser Zusammenhang klinisch längst etabliert ist, sind die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen noch nicht vollständig verstanden. Ein neuer Sonderforschungsbereich soll das ändern – mit direktem Blick auf Früherkennung und individualisierte Therapie.

CARDIO-DIABETES-CROSSTALK: Ziele und Struktur

Der von der DFG geförderte Sonderforschungsbereich 1774 „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“ bündelt die Expertise des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) sowie weiterer Partner in München, Münster und Tübingen. Die Förderung beläuft sich auf mehr als elf Millionen Euro über eine Laufzeit von knapp vier Jahren.

Im Mittelpunkt stehen die molekularen Vorgänge, die erklären, wie Störungen im Energiestoffwechsel entstehen, wie Entzündungsprozesse dazu beitragen und wie beides das Herz-Kreislauf-System beeinflusst.

„Unser Ziel ist es, neue Untersuchungsmethoden zur Früherkennung zu entwickeln und im klinischen Alltag zu etablieren – um nicht nur die Versorgung von Menschen mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern, sondern deren Entstehung sogar zu verhindern.“

Prof. Dr. med. Michael Roden,
wissenschaftlicher Geschäftsführer des DDZ und Vorstandssprecher

Präzise Charakterisierung und molekulare Analyse

Ein besonderer Ansatz des Forschungsverbundes liegt in der engen Verknüpfung klinischer Phänotypisierung mit molekularen Analysen.

„Wir möchten besser verstehen, warum bestimmte Menschen mit Diabetes oder einer Vorstufe des Diabetes früh kardiovaskuläre Komplikationen entwickeln – und daraus neue Ansätze für Früherkennung und gezielte Prävention ableiten.“

Prof. Dr. med. Robert Wagner,

Dies ist klinisch hochrelevant, da die kardiovaskuläre Risikostratifizierung bei Prä-Diabetes und frühem Typ-2-Diabetes bisher unzureichend abgebildet wird.

Infrastruktur: CARDDIAB als translationaler Knotenpunkt

Der neue Sonderforschungsbereich profitiert von einer einzigartigen Infrastruktur: dem Forschungsgebäude CARDDIAB („Translational science building for CARDiovascular research in DIABetes“), das derzeit auf dem Campus des UKD errichtet wird. Hier sollen künftig präklinische und klinische Forschung unmittelbar verzahnt werden – ein Modell, das den Weg von der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung verkürzen soll.

Relevanz für die Praxis

Für Behandelnde ergibt sich aus diesem Forschungsprogramm mittelfristig die Erwartung neuer Biomarker und diagnostischer Instrumente, die eine frühzeitigere und individualisierte kardiovaskuläre Risikoeinschätzung bei Menschen mit Diabetes ermöglichen. Kurzfristig liefert der Forschungsverbund einen wichtigen wissenschaftlichen Rahmen, der die enge Verzahnung von Diabetologie und Kardiologie – wie sie in der klinischen Praxis längst gelebt wird – auch grundlagenwissenschaftlich untermauert.

Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) vom 01.06.2026: Förderung durch die DFG: Neues Projekt erforscht Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Förderbekanntmachung Sonderforschungsbereich 1774 „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“, 2026

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