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Prädiabetes: KI-gestützte Marker verbessern Risikoabschätzung

Grafik mit verschiedenen Blutbestandteilen, die durch ein Blutgefäß schwimmen.

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Prädiabetes: KI-gestützte Marker verbessern Risikoabschätzung

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Epigenetische Marker aus einer einfachen Blutprobe ermöglichen künftig eine differenzierte Risikoeinschätzung beim Prädiabetes – und eröffnen neue Wege für gezielte Prävention und individuelle Versorgung​.

Prädiabetes stellt eine Chance zur erfolgreichen Prävention von Typ-2-Diabetes dar – doch die Heterogenität dieser Stoffwechselstörung erschwert eine passgenaue Risikoabschätzung. Während bislang aufwendige Testverfahren wie oGTT oder Insulinanalysen nötig waren, zeigt eine neue DZD-Studie, dass blutbasierte epigenetische Marker in Kombination mit künstlicher Intelligenz ein präzises und gleichzeitig praxistaugliches Risiko-Screening ermöglichen.

Prädiabetes: Nicht alle Betroffenen tragen dasselbe Risiko

Neuere Analysen, auch aus dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), legen nahe: Die Stoffwechselvielfalt bei Prädiabetes ist erheblich und lässt sich in mindestens sechs Cluster mit unterschiedlichem Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes und Komplikationen gliedern. Etablierte Methoden zur Clusterzuordnung sind aus Sicht der Routinediagnostik jedoch oft zu aufwendig. Um dennoch frühzeitig gezielt präventiv eingreifen zu können, braucht es praktikablere Lösungen.

Blutbasierte Epigenetik trifft künstliche Intelligenz

Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle multizentrische Studie der DZD-Forschungsgruppe an: Die Forschenden identifizierten mithilfe von maschinellem Lernen 1.557 spezifische Marker der DNA-Methylierung aus der Blutprobe, die eine präzise Zuordnung zu Hochrisiko-Clustern im Prädiabetes erlauben. Die Marker spiegeln einen individuellen „epigenetischen Fingerabdruck“ wider, der nicht nur den aktuellen Stoffwechselstatus, sondern auch das Komplikationsrisiko abbildet.

Mit einer Genauigkeit von rund 90 % gelingt es, Risikopersonen für einen schnellen Progress zu Typ-2-Diabetes und assoziierten Erkrankungen zu identifizieren – und dies auch in unabhängigen Validierungskohorten. Viele der Marker sind zudem bereits aus epigenomweiten Studien als Risikomarker für Diabetes, chronische Entzündungen oder Herz-Kreislauf-Leiden bekannt.

Neue Perspektiven für die Versorgung: Bluttest statt Belastungstest?

Die Erkenntnisse könnten die Prävention und Versorgung von Menschen mit Prädiabetes grundlegend verändern. Ein standardisierter Bluttest würde die Differenzierung der Risikogruppen in die tägliche Praxis bringen und Interventionsmaßnahmen gezielter steuern – insbesondere bei begrenzten Ressourcen im Gesundheitswesen.

Die nächsten Schritte der Forschenden sind bereits klar: Die Markerzahl soll weiter reduziert und in einen einfach anwendbaren Analyse-Chip für die Routinediagnostik überführt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD) vom 23.01.2026 : Prädiabetes: Blutbasierte epigenetische Marker ermöglichen präzisere Risikoabschätzung. [Link]

Originalpublikation: Singh A, Schwartzenberg RJ, Wagner R, Sandforth L, Sandforth A, Jähnert M, Ganslmeier M, Kabisch S, Perakakis N, Preißl H, Fritsche A, Stefan N, Walter D, Ouni M, Birkenfeld AL, Schürmann A. Stratifying high-risk prediabetes clusters using blood-based epigenetic markers. Biomark Res. 2026 Jan 17;14(1):19. doi: 10.1186/s40364-025-00887-8. [Paper]

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