Diabetologie » Komorbiditäten von Diabetes

»

Sitzen ist das neue Rauchen: Auswirkungen auf Diabetes und Präventionsstrategien

Symbolbild, Frau mit Nackenschmerzen sitzt am Schreibtisch vor ihrem Laptop und hält sich das Smartphone ans Ohr.

Sitzen ist das neue Rauchen: Auswirkungen auf Diabetes und Präventionsstrategien

Fachartikel

Diabetologie

Komorbiditäten von Diabetes

3 MIN

Erschienen in: diabetes heute

In der modernen Gesellschaft, in der viele von uns einen Großteil des Tages sitzend verbringen, wird das Sitzen oft als das neue Rauchen bezeichnet. Eine schlechte Körperhaltung kann zu Rücken- und Nackenschmerzen führen, da eine unzureichende Haltung die Wirbelsäule belastet. Es ist bekannt, dass Bewegungsmangel die Kern- und Beinmuskulatur schwächt. Die gesundheitlichen Risiken des langen Sitzens sind aber vielfältiger und betreffen auch das Risiko für Diabetes. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Diabetologinnen und Diabetologen beachten sollten.

Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes

Langes Sitzen kann die Insulinempfindlichkeit verringern, was das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes erhöht. Die reduzierte Kalorienverbrennung und die damit verbundene Gewichtszunahme (Adipositas) tragen ebenfalls zu diesem Risiko bei. Darüber hinaus erhöhen sich die Cholesterin- und Blutdruckwerte, da neben der Verbrennung von Kalorien auch die allgemeine Durchblutung verlangsamt ist. Das Risiko für tiefe Venenthrombosen (DVT) und Krampfadern steigt.

Vorzeitige Mortalität

Es zeigt sich, dass Menschen, die mehr als acht Stunden am Tag sitzen und wenig körperliche Aktivität ausüben, ein Sterblichkeitsrisiko aufweisen, das dem von Rauchern ähnelt. Dies ist ein wichtiger Faktor, der bei der Beratung von Betroffenen berücksichtigt werden sollte.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

T1D-Screening: Früherkennung mit Augenmaß oder vorschneller Schritt?

Fachartikel

Sollte Typ-1-Diabetes künftig bevölkerungsweit gescreent werden? Im Interview diskutieren Prof. Dr. Olga Kordonouri und Dr. Karl Horvath Chancen und Grenzen der Früherkennung. Im Fokus stehen vermeidbare Ketoazidosen, mögliche Belastungen für Familien, fehlende Evidenz aus RCTs und die Frage, unter welchen Bedingungen ein T1D-Screening verantwortungsvoll eingeführt werden kann.

Diabetologie

Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Beitrag lesen

Semaglutid bei Frauen in der Menopause: Neue Daten zu Gewicht, Herz und Migräne

Pharmaservice

Beim ECO 2026 in Istanbul wurden neue Auswertungen zu Semaglutid bei Frauen mit Adipositas in der Peri- und Postmenopause präsentiert. Post-hoc-Analysen aus STEP-UP und SELECT zeigen konsistente Gewichtsreduktionen von bis zu 22,6 % sowie eine MACE-Risikosenkung – ergänzt durch Real-World-Daten zu 42–45 % weniger Migräne und 25 % weniger Depression.

Diabetologie

Komorbiditäten von Diabetes

Beitrag lesen
Ein Mann mit Anzug sitzt vor einem geöffneten Laptop, in der Luft steht USECASE und darum sind verschiedene Tech-Symbole angeordnet.

Prädiabetes frühzeitig erkennen – KI als Werkzeug der betrieblichen Prävention

Berufspolitik

Viele Menschen mit Prädiabetes werden zu spät erkannt – oft erst, wenn der Diabetes bereits manifest ist. Ein neuer Forschungsansatz aus der Arbeitsmedizin setzt früher an: KI-Modelle sollen Risikofaktoren bereits im Betrieb sichtbar machen. Für Diabetologinnen und Diabetologen könnte das die Zuweisung in die Fachversorgung grundlegend verändern.

Diabetologie

Sonstiges

Beitrag lesen