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Welt-Adipositas-Tag: Bewährte Strategien und digitale Unterstützung

Symbolbild, übergewichtige Frau steht in der Küche und isst einen gesunden Salat

Welt-Adipositas-Tag: Bewährte Strategien und digitale Unterstützung

Fachartikel

Diabetologie

Komorbiditäten von Diabetes

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Erschienen in: diabetes heute

Am 4. März begehen wir den internationalen Adipositas-Tag, einen Gedenktag, der 2015 von der World Obesity Federation ins Leben gerufen wurde. Dieser Tag bietet eine wichtige Plattform, um das Bewusstsein für die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Adipositas zu schärfen und politische Veränderungen zu fördern. Adipositas stellt einen bedeutenden Risikofaktor für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes dar, da sie sowohl die Insulinresistenz als auch die Funktion der β-Zellen beeinträchtigt. Die weltweit steigenden Adipositasraten gehen mit einem Anstieg der Prävalenz von Typ-2-Diabetes einher. Daher ist die Prävention und Behandlung von Adipositas entscheidend für die Kontrolle und das Management von Diabetes. An diesem Tag rufen wir Diabetologen und Diabetologinnen dazu auf, sich aktiv für gesunde Lebensstile und wirksame Lösungen zur Bekämpfung der Adipositas einzusetzen [1][2].

Umfrageergebnisse von Novo Nordisk

Eine aktuelle Umfrage von Novo Nordisk, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey, beleuchtet die Herausforderungen, denen Menschen mit Adipositas in Deutschland gegenüberstehen. Die Umfrage zeigt, dass Vorurteile gegenüber Menschen mit Adipositas weit verbreitet sind. So empfinden 24 Prozent der Befragten Menschen mit Adipositas als unästhetisch, und etwa 19 Prozent halten sie für disziplinlos. Diese Vorurteile führen dazu, dass viele Betroffene Diskriminierung erfahren, auch im Gesundheitswesen. Tatsächlich fühlt sich nur ein Drittel der befragten Personen in der Lage, offen mit Ärztinnen und Ärzten über ihr Gewicht zu sprechen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer empathischen und unterstützenden Gesprächsführung durch das Behandlerteam, um die Versorgung und den Behandlungserfolg zu verbessern. Zudem wünschen sich viele Betroffene eine bessere Gesundheitsvorsorge und Schulung des medizinischen Personals, um Stigmatisierung zu reduzieren [3].

Best Practices für die Behandlung von Adipositas

Um Adipositas effektiv zu behandeln, wird das 5As-Framework empfohlen: Assess (Bewerten), Advise (Beraten), Agree (Zustimmen), Assist (Unterstützen) und Arrange (Organisieren). Dieses Modell hilft Ärztinnen und Ärzten, Gespräche über das Gewicht zu initiieren und nachhaltige Gewichtsmanagementpläne zu entwickeln. Ein multidisziplinärer Ansatz, der Umwelt- und psychosoziale Faktoren berücksichtigt, wird als besonders effektiv angesehen [4].
Die Behandlung von Adipositas sollte auf evidenzbasierten Prinzipien beruhen. Dazu gehört, die Erfahrungen der Betroffenen zu validieren und über einfache Ratschläge wie „weniger essen, mehr bewegen“ hinauszugehen. Intensive Beratung, Zielsetzung und Selbstüberwachung sind wichtige Bestandteile eines erfolgreichen Gewichtsmanagements [5].

Telemedizin und digitale Gesundheitsanwendungen in der Adipositasbehandlung

In Deutschland gewinnen Telemedizin und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) zunehmend an Bedeutung in der Behandlung von Adipositas. Telemedizin ermöglicht es Betroffenen, medizinische Dienstleistungen ortsunabhängig zu nutzen, was besonders in ländlichen Regionen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung von Vorteil ist. Durch den Einsatz von Videokonferenzen und Telemonitoring können Patientinnen und Patienten regelmäßig überwacht und betreut werden, ohne dass sie physisch in einer Praxis erscheinen müssen. Dies erhöht nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Effizienz der Gesundheitsversorgung.

Zu den digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) [Mehr unter Zahlen-Daten-Fakten] gehören Apps wie „Zanadio“ und „Oviva Direkt“, die speziell für Menschen mit Adipositas entwickelt wurden. Diese zertifizierten Medizinprodukte bieten Unterstützung bei der Verhaltensänderung durch Ernährungsberatung, Bewegungsprogramme und Zielsetzung. Solche Anwendungen sind Teil des DiGA-Verzeichnisses und können von Ärzten verschrieben werden, wobei die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Fortbildungsressourcen

Für Ärztinnen und Ärzte, die sich in der Behandlung von Adipositas weiterbilden möchten, gibt es entsprechende Fortbildungsangebote:

  • Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Diese Organisationen bieten eine gemeinsame Fortbildung an, um das Wissen zur chronischen Erkrankung Adipositas auf den aktuellen Stand zu bringen [8].
  • Medcram – Adipositas 2025: Ein Online-Symposium, das innovative Ansätze in Prävention und Therapie von Adipositas bietet, zertifiziert mit 6 CME-Punkten von der Bayerischen Landesärztekammer [9].
  • DGEM – Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Diese Gesellschaft bietet regelmäßig Fortbildungskurse an, um ernährungsmedizinische Kenntnisse zu vertiefen, die auch für die Behandlung von Adipositas relevant sind [10].

Autorin: Birgit Schulze

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