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Wie Darm und Gehirn interagieren: Translationaler Ansatz am DIfE

Ein Mann hält kleine Modelle eines Gehirns und eines menschlichen Dickdarm in den Händen.

Quelle: © Katie-Chizhevskaya – stock.adobe.com

Wie Darm und Gehirn interagieren: Translationaler Ansatz am DIfE

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Komorbiditäten von Diabetes

mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Wie beeinflussen Prozesse im Darm unser Gehirn, unsere Stimmung und unser Denken? Am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke startet eine Nachwuchsgruppe unter Dr. Ignacio Rebollo ein ERC-gefördertes Projekt, das diesem hochaktuellen Forschungsfeld neuartige Impulse gibt.

Die Wechselwirkung zwischen Darm und Gehirn gehört zu den dynamischsten Feldern der aktuellen biomedizinischen Forschung. Während Behandler-Teams bisher vor allem neurobiologische Ansätze im Blick hatten, rücken die mikrobiotische und hormonelle Kommunikation zwischen Verdauungstrakt und Zentralnervensystem zunehmend ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Erkenntnisse aus diesem Bereich versprechen bedeutenden Einfluss auf die Prävention und Therapie psychischer wie metabolischer Erkrankungen, auch für Menschen mit Diabetes.

Forschungsfokus: Echtzeit-Dialog zwischen Magen und Gehirn

Seit Januar 2026 untersucht eine neue Nachwuchsgruppe am DIfE unter Leitung von Dr. Ignacio Rebollo, wie Darm-Signale Gehirnaktivität, Stimmung und Kognition beeinflussen. Unterstützt durch einen prestigeträchtigen ERC Starting Grant werden innovative Methoden wie Elektroenzephalographie (EEG), funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) und Hormonanalysen bei gesunden Personen und bei Menschen mit Depression eingesetzt. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis von der „Partitur“ zu gewinnen, die Darm (über schnelle elektrische Magenrhythmen und Hormone wie Ghrelin und GLP-1) und Gehirn gemeinsam spielen.

Stand der Forschung: Bauchgefühle wissenschaftlich erklärt

Frühere Studien deuten darauf hin, dass Veränderungen in der Kopplung von Magenaktivität und Gehirnsignalen mit psychischen Symptomen assoziiert sind (Banellis et al., Nature Mental Health 2025). Die Integration von physiologischen Signalen aus dem Verdauungstrakt wird bislang in den Neurowissenschaften weitgehend vernachlässigt – ein Umstand, den Rebollo und sein Team ändern wollen.
Neben menschlichen Probanden werden auch pharmakologische Werkzeuge genutzt, um gezielt Einfluss auf dieses System zu nehmen.

Perspektiven für neue Therapien

Die systematische Erforschung der Darm-Gehirn-Kommunikation verspricht neue Marker und Interventionsziele für die Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen, darunter Depression. Potenziale liegen in diätetischen Interventionen, der gezielten Modulation von Darmhormonen oder nicht-invasiven Stimulationsverfahren.

Interdisziplinärer Ansatz und internationale Zusammenarbeit

Die Nachwuchsgruppe arbeitet eng mit europäischen und südamerikanischen Forschungszentren zusammen. Über den reinen Erkenntnisgewinn hinaus markiert das Projekt ein starkes Bekenntnis zur Förderung junger Talente im internationalen Wissenschaftsbetrieb.

Quelle: Pressemitteilung der Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) vom 13.01.2026 : Neue Nachwuchsgruppe am DIfE erforscht die Interaktion zwischen Darm und Gehirn. [Link]

Originalpublikation: Banellis, L., Rebollo, I., Nikolova, N., Allen, M. „Stomach–brain coupling indexes a dimensional signature of mental health.“ Nature Mental Health 3(8), 899-908 (2025).

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