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Anämie in der Schwangerschaft

Schwangere Frau leidet unter Anämie und Schwindel. Daneben ist ein Blutstropfen mit wenig Blutkörperchen gefüllt mit dem Wort Anämie darunter.

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Anämie in der Schwangerschaft

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gynäkologische Praxis

Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft ist häufig. Eine frühzeitige Diagnostik mittels Ferritinbestimmung ist entscheidend, denn eine rechtzeitige Behandlung senkt maternale und fetale Risiken. Dieser Artikel gibt einen Überblick zur Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG) und praxisnahe Empfehlungen für eine sichere Versorgung von Schwangeren.

Einleitung

Kürzlich hat die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG) eine Empfehlung verfasst, die hier zusammengefasst wird [1]. Eine Anämie in der Schwangerschaft ist ein häufiger Zustand, deren Prävalenz bei Schwangeren bei 37 % liegt [2]. 71 % der Anämiefälle in der Schwangerschaft gehören zur Kategorie der milden Anämie. Von einer milden Anämie spricht man bei einem Hämoglobinwert von 10,0–10,9 g/dl, von mäßiger Anämie bei einem Hämoglobinwert von 7,0–9,9 g/dl und von schwerer Anämie bei einem Hämoglobinwert von <7,0 g/dl. Besonders häufig wurde die Anämie im dritten Trimenon festgestellt (49 %). Eine manifeste Anämie liegt vor, wenn die Anzahl der Erythrozyten nicht ausreicht, um die physiologischen Bedürfnisse des Körpers zu erfüllen [3]. Während einer physiologischen Schwangerschaft vermehrt sich das Plasmavolumen um 40–50 %, die Anzahl der Erythrozyten nimmt um lediglich 20–50 % zu, mit der Folge einer physiologischen Verdünnungsanämie, die nicht mit Symptomen einhergeht [4]. Daher unterscheiden sich die Normalwerte von schwangeren und nicht schwangeren Frauen signifikant [3].

Der untere Grenzwert des Hämoglobingehalts in der Schwangerschaft sinkt und liegt im ersten Trimenon bei 11 g/dl, im zweiten bei 10,5 g/dl und im dritten Trimenon wieder bei 11 g/dl [5]. Die postpartale Anämie wird mit 10 g/dl als unterer Grenzwert definiert.

Zusammenfassung

Anämien zählen weltweit zu den häufigsten maternalen Gesundheitsproblemen in der Schwangerschaft. In etwa einem Drittel aller Schwangerschaften liegt eine Anämie vor, überwiegend bedingt durch einen Eisenmangel. Der Artikel bietet eine kompakte Übersicht über Prävalenz, Ätiologie, Diagnostik und Behandlungsstrategien der Eisenmangelanämie und zeigt praxisrelevante Handlungsempfehlungen auf. Ein besonderes Augenmerk gilt der frühzeitigen Diagnostik mittels Hämoglobin- und Ferritinbestimmung sowie der Differenzierung zwischen Eisenmangel mit und ohne Anämie. Sowohl die Bedeutung der Ernährung als auch die Abwägung zwischen oraler und parenteraler Eisensubstitution werden dargestellt. Ziel ist es, eine praxisnahe Orientierung zu bieten, um fetomaternale Risiken zu reduzieren und eine sichere Versorgung schwangerer Personen zu gewährleisten.

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