Gynäkologie » Gynäkologische Endokrinologie

»

Diabetes und Fruchtbarkeit bei Frauen

Junge Frau mit Glukosesensor am Oberarm geht laechelnd durch die Stadt und blickt auf ihr Smartphone

Quelle: © Pixel-Shot - stock.adobe.com

Diabetes und Fruchtbarkeit bei Frauen

Aktuelles

Gynäkologie

Gynäkologische Endokrinologie

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: gyne

Diabetes und Fruchtbarkeit hängen bei Frauen mit Kinderwunsch eng zusammen. Die Stoffwechselerkrankung kann Zyklusstörungen, einen ausbleibenden Eisprung oder eine frühzeitige Menopause verursachen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft erklärt, welche Rolle Diabetestyp, Gewicht und Begleiterkrankungen spielen, warum eine Hormontherapie nicht immer die richtige Lösung ist und wie Gewichtsverlust, Medikamentenanpassung und interdisziplinäre Zusammenarbeit die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern können.

Diabetes und Fruchtbarkeit

Diabetes und Fruchtbarkeit stehen häufig in engem Zusammenhang. Diabetes mellitus kann bei Frauen Zyklusstörungen, einen ausbleibenden Eisprung oder eine frühzeitige Menopause verursachen. Darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin. Sie rät Frauen mit Kinderwunsch, Fragen zu Diabetes und Fruchtbarkeit früh mit Fachärztinnen und Fachärzten zu besprechen. Eine Hormontherapie mit Östrogen ist dabei nicht automatisch die richtige Lösung.

Ursachen für Diabetes und Fruchtbarkeit im Zusammenspiel

„Wir betrachten zunächst, welche Diabetesform vorliegt, wie Stoffwechsel und Körpergewicht eingestellt sind und ob Begleiterkrankungen eine Rolle spielen“, sagt Professorin Dr. med. Julia Szendrödi, Präsidentin der DDG und Ärztliche Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie des Universitätsklinikums Heidelberg. Bei Typ-2-Diabetes spielen häufig Insulinresistenz, Adipositas und das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS, vormals PCOS) eine Rolle. Bei Typ-1-Diabetes stehen vor einer Schwangerschaft eine optimale Glukoseeinstellung sowie die frühzeitige Behandlung von Folgeerkrankungen im Mittelpunkt.

Für die Beratung in der Praxis

Eine gute Glukoseeinstellung, mehr Bewegung und ein Rauchstopp verbessern die Chancen auf eine Schwangerschaft. „Frauen mit Diabetes und Adipositas profitieren bei unerfülltem Kinderwunsch von einem Gewichtsverlust, der Zyklus- und Ovulationsstörungen günstig beeinflussen kann“, so Szendrödi. Auch laufende Medikamente sollten überprüft werden: GLP-1-Rezeptoragonisten können bei Frauen mit Adipositas oder Typ-2-Diabetes die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft verbessern. Da für die Schwangerschaft selbst keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen, empfehlen die Fachinformationen, diese Substanzen mindestens zwei Monate vorher abzusetzen, warnt Szendrödi.

Therapie richtet sich nach der Ursache

Bei Frauen zielt die Behandlung darauf, einen Eisprung auszulösen oder zu unterstützen. Je nach Ursache kommen eine medikamentöse Ovulationsinduktion, die Behandlung von Insulinresistenz und PMOS oder reproduktionsmedizinische Verfahren infrage. Parallel sollte die Diabetestherapie angepasst werden, damit die Schwangerschaft mit stabilen Glukosewerten beginnt. „Ein unerfüllter Kinderwunsch bei Frauen mit Diabetes erfordert eine enge Zusammenarbeit von Diabetologie, Gynäkologie und Reproduktionsmedizin“, so das Fazit von Szendrödi.

Quelle: Pressemitteilung der DDG vom 12.08.2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Frau haelt sich im Krankenhauszimmer das Gesicht in den Haenden waehrend ein Arzt vor ihr mit Klemmbrett und Ultraschallbildern steht

Neue Leitlinie zu wiederholten Fehlgeburten

Aktuelles

Wann lohnt sich Diagnostik nach wiederholten Fehlgeburten – und was bringt sie wirklich? Die aktualisierte S2k-Leitlinie beantwortet das und rückt erstmals auch männliche Faktoren stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Gynäkologie

Schwangerschaft

Fehlgeburt

Beitrag lesen
Junge Frau betrachtet nachdenklich ihr Gesicht mit roetlichen Hautunreinheiten in einem Tischspiegel

Isotretinoin nur nach ärztlicher Beratung einnehmen

Aktuelles

Wie gefährlich ist der TikTok-Trend um das Akne-Mittel Isotretinoin wirklich? Was auf TikTok wie ein Glow-up wirkt, ist ein verschreibungspflichtiges Akne-Medikament mit hohem Fehlbildungsrisiko in der Schwangerschaft.

Gynäkologie

Kontrazeption

Allgemeines

Beitrag lesen
Leuchtendes 3D-Modell von Uterus und Ovarien, umgeben von einem schimmernden Band vor dunklem Hintergrund

Operation & Systemtherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Fachbeitrag

Beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom entscheidet die richtige Therapiesequenz über Prognose und Belastung: Die TRUST-Studie zeigt Vorteile der Primäroperation für sorgfältig ausgewählte Patientinnen in spezialisierten Zentren. Ist eine vollständige Tumorresektion unwahrscheinlich, bleibt die neoadjuvante Chemotherapie mit Intervalloperation eine wichtige Strategie.

Gynäkologie

Gynäkologische Onkologie

Ovarialkarzinom

Beitrag lesen