Das Bundesgesundheitsministerium fördert an der Universität Erfurt mit 1,2 Millionen Euro das Forschungsprojekt END-DELAY zur Diagnose bei Endometriose. Ein Team um Dr. Sarah Eitze untersucht fünf Jahre lang, warum Betroffene durchschnittlich acht Jahre ohne Diagnose bleiben. Befragungen von Patientinnen, der Allgemeinbevölkerung sowie Ärztinnen und Ärzten sollen soziale und strukturelle Barrieren aufdecken. Daraus entstehen Schulungsunterlagen und Empfehlungen für eine frühere, patientinnenzentrierte Versorgung.
Das Projekt
Das Bundesgesundheitsministerium fördert an der Universität Erfurt ein neues Forschungsprojekt zur Diagnose bei Endometriose. Unter dem Titel END-DELAY untersucht ein Nachwuchsteam um Dr. Sarah Eitze, warum Betroffene trotz Symptomen durchschnittlich acht Jahre ohne Diagnose bleiben. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt startet am 1. Januar 2027 mit einem Fördervolumen von 1,2 Millionen Euro.
Endometriose ist eine häufige, chronische Erkrankung. Sie schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. Eine frühzeitige Diagnose beeinflusst den Krankheitsverlauf, die Lebensqualität und den Schmerzmittelkonsum entscheidend.
„Wir haben gesehen, dass es soziale, individuelle und systemische Barrieren gibt, die Betroffene davon abhalten, eine schnelle Diagnose und damit auch die bestmögliche Behandlung zu bekommen. Mit der Forschung […] möchte ich dazu beitragen, das zu verändern“
Dr. Sarah Eitze, Universität Erfurt
Ursachen für verzögerte Diagnose bei Endometriose
END-DELAY untersucht individuelle, soziale und strukturelle Gründe für die verzögerte Diagnose bei Endometriose. In einer ersten Online-Befragung äußern sich 1.500 Frauen zwischen 16 und 40 Jahren mit Symptomen, aber ohne Diagnose. Das Team prüft, ob ein Feedback zu deren Symptomen den Gang in die Arztpraxis fördert. Nach sechs und zwölf Monaten folgen weitere Befragungen zur zwischenzeitlichen Diagnose-Suche.
Eine zweite Befragung mit 1.200 Personen richtet sich an die Allgemeinbevölkerung. Sie untersucht, wie das soziale Umfeld Schmerzen verharmlost oder Betroffene unterstützt, etwa durch Gespräche oder Begleitung zu Arztbesuchen. Zusätzlich befragt das Team Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie Hausärztinnen und Hausärzte zu ihrem Umgang mit Endometriose. Daraus entstehen Schulungsunterlagen, damit Ärztinnen und Ärzte Symptome früher erkennen.
Perspektiven für die Praxis
Die Forschungsergebnisse präsentiert das Team jährlich einem Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus Medizin, Presse Patientenvertretung. Daraus sollen Empfehlungen entstehen, wie Betroffene ihren Diagnoseweg besser vorbereiten können. Evidenzbasierte Fortbildungsmaterialien für die hausärztliche und gynäkologische Erstversorgung sensibilisieren Behandelnde für Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Die entwickelten Gesundheitsbotschaften zur sozialen Unterstützung und gegen Stigmatisierung können künftige Initiativen nutzen.
Quelle:
Pressemitteilung der Universität Erfurt





