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GenE³-App unterstützt bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs

Patientin nach Brustkrebstherapie sitzt auf dem Sofa und nutzt die GenE3 App auf dem Smartphone zur Unterstuetzung bei familiaerem Brust und Eierstockkrebs

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GenE³-App unterstützt bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Die GenE³-App der MHH unterstützt Frauen mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs nach der genetischen Beratung. Sie liefert personalisierte, wissenschaftlich fundierte Informationen über einen digitalen Assistenten. Eine von der Deutschen Krebshilfe geförderte Studie mit 240 Patientinnen prüft ab September 2026, ob die App die Gesundheitskompetenz verbessert, ohne psychosoziale Belastungen zu erhöhen. Die App nutzt künstliche Intelligenz, um Inhalte individuell anzupassen.

GenE³-App unterstützt bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs

Bei fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen und bis zu 25 Prozent der Eierstockkrebserkrankungen spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Betroffene Frauen können eine genetische Beratung in Anspruch nehmen. Diese bildet eine wichtige Grundlage für medizinische Entscheidungen. Patientinnen müssen dabei komplexe Informationen zu genetischen Risiken, Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten verarbeiten. Das bedeutet oft eine hohe psychische Belastung. Zudem lassen sich nicht alle Fragen klären oder tauchen erst nach der Beratung auf.

Digitale Lösung für mehr Gesundheitskompetenz

Ein Forschungsteam an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Dr. Beate Vajen, Dr. Dominik Wolff und Dr. Thomas Kupka hat die GenE³-App entwickelt. Die Abkürzung steht für „Genetische Erkrankungen einfach erklärt“. Die App beantwortet über einen digitalen Assistenten Fragen und vermittelt verständliche Informationen, die auf die Lebenssituation der Nutzerinnen abgestimmt sind.
Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Vorhaben mit rund 290.000 Euro. Die zweijährige Studie soll im September 2026 starten und die Wirksamkeit der App wissenschaftlich nachweisen. An der Studie nehmen 240 Patientinnen teil. Die Forschenden untersuchen, ob die Nutzung der App die Gesundheitskompetenz verbessert, ohne zusätzliche psychosoziale Belastungen zu verursachen. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie werden Angst- und Depressionswerte sowie emotionale und mentale Überlastung erfasst.

Personalisierte Informationen durch künstliche Intelligenz

Die GenE³-App informiert Patientinnen über Themen, die für sie in ihrer aktuellen Situation wichtig sind. Die Nutzerinnen geben zunächst Informationen über sich ein – etwa Alter, Angaben zu Kindern und Kinderwunsch sowie die eigene Diagnose. „Hierzu werden dann Fragen und Antworten von einem KI-Server ausgewählt, die auf medizinischem Expertenwissen beruhen“, erklärt Dr. Kupka. Die App kann so Schlussfolgerungen zur Themenauswahl ziehen. Eine entwickelte KI bringt die Themen in eine sinnvolle Reihenfolge entsprechend ihrer individuellen Bedeutung.
„GenE³ ist jedoch eine rein informative Begleit-App, die keine Entscheidungen trifft und auch keine medizinische Beratung oder Therapie ersetzt“, betont Dr. Vajen. Können die Forschenden die Wirksamkeit nachweisen, eröffnen sich weitere Anwendungsmöglichkeiten. „Die App ist skalierbar und kann künftig auch für andere Erkrankungen eingesetzt werden“, stellt Dr. Wolff fest.

Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover vom 23.07.2026: Digitale Unterstützung bei erblichen Krebserkrankungen

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