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Prognose bei HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs

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Prognose bei HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs

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Erschienen in: gyne

Eine Auswertung von 43.214 Erkrankten aus acht deutschen Krebsregistern zeigt die Prognose bei HR-positivem, HER2-negativem frühem Brustkrebs. Fünf Jahre nach der Operation lebten 82,9 Prozent ohne Rückfall oder neue Krebserkrankung. Tumorgröße, Lymphknotenbefall und Grading beeinflussten die Prognose deutlich. Die Studie bestätigt etablierte Prognosefaktoren erstmals in der deutschen Routineversorgung und unterstreicht den Wert bundesweiter Krebsregisterdaten.

Studiendesign und Patientenkollektiv

Die Daten stammen aus klinischen Krebsregistern in Bayern, Brandenburg-Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Diese Register decken rund 45 Millionen Menschen ab, etwa 54 Prozent der deutschen Bevölkerung. Untersucht wurden 42.830 Patientinnen und 384 Patienten mit zwischen 2017 und 2021 diagnostiziertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs der Stadien I bis III. Voraussetzung waren eine Operation innerhalb von vier Monaten nach Diagnose und mindestens zwei Jahre Nachbeobachtung. Die Ergebnisse erschienen in „ESMO Real World Data and Digital Oncology“.

HR-positiver, HER2-negativer Brustkrebs ist mit rund 73 Prozent aller Fälle der häufigste molekulare Subtyp. Die Forschenden bestimmten das invasive krankheitsfreie Überleben, kurz iDFS: Rückfall, neue invasive Krebserkrankung oder Tod unabhängig von der Ursache.

Risiko hängt von Tumormerkmalen ab

Bei 47 Monaten medianer Nachbeobachtung trat bei 5.635 der 43.214 Personen ein iDFS-Ereignis auf. Bei 2.142 war ein Rückfall das erste Ereignis, bei 1.415 eine zweite invasive Erkrankung. 2.078 Personen starben ohne zuvor dokumentiertes Rezidiv. Drei Jahre nach der Operation lag das iDFS mit Methoden der Überlebenszeitanalyse geschätzt bei 90,1 Prozent.

Die Prognose bei HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs unterschied sich deutlich nach Stadium und Lymphknotenstatus. Im Stadium I lag das Fünf-Jahres-iDFS bei 89,4 Prozent, im Stadium III bei 61,9 Prozent. Ohne Lymphknotenbefall betrug es 86,1 Prozent, bei Befall der Kategorie N2 oder höher nur 59,7 Prozent. Ein Alter ab 75 Jahren und männliches Geschlecht erhöhten ebenfalls das Risiko.

„[…]. Die Krebsregisterdaten machen deutlich, bei welchen Patientengruppen das Risiko erhöht ist.“

Paula Grieger, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck

Register ergänzen klinische Studien

Klinische Studien prüfen Therapien unter festgelegten Bedingungen, oft mit ausgewählten Teilnehmenden. Krebsregister nach § 65c SGB V zeigen dagegen, welche Verläufe die Routineversorgung tatsächlich hervorbringt.

„Klinische Studien und Krebsregisterdaten ergänzen sich. […] Diese Studie belegt den Wert bundesweit vergleichbarer Krebsregisterdaten.“

Prof. Dr. Alexander Katalinic, Zweiter Vorsitzender des Deutschen Krebsregister e. V.

Die Untersuchung hat jedoch auch Grenzen: Im Rahmen der 47 Monate Nachbeobachtung lassen sich späte Rückfälle noch nicht vollständig erfassen. Auch ambulante Therapien waren teils unvollständig dokumentiert. Die Forschenden empfehlen weitere Auswertungen mit längerer Nachbeobachtung.

Quelle:

  1. Pressemitteilung Klinisches Krebsregister Niedersachsen
  2. Grieger P, Beykloo MY, Lee C et al. Real-world characteristics and invasive disease-free survival of resected patients with HR-positive/HER2-negative early breast cancer: evidence from German population-based cancer registries. ESMO Real World Data and Digital Oncology 2026; 13(C):100765

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