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Neue Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit der HPV-Impfung

3D-Darstellung von HPV-Viruspartikeln mit strukturierter Oberfläche.

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Neue Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit der HPV-Impfung

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mgb medizin Redaktion

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Zwei neue Cochrane Reviews liefern umfassende Evidenz zur HPV-Impfung: Die Impfstoffe schützen zuverlässig vor dauerhaften Infektionen mit Humanen Papillomviren und senken bereits im frühen Erwachsenenalter das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Für Mädchen, die vor dem 16. Geburtstag geimpft wurden, ist das Krebsrisiko um 80 % niedriger. Die Langzeitdaten aus klinischen Studien und Real-World-Daten von über 132 Millionen Menschen bestätigen die gute Verträglichkeit der HPV-Impfung ohne Hinweise auf schwere Nebenwirkungen.

Cochrane Reviews bestätigen Wirksamkeit der HPV-Impfung

Zwei neue Cochrane Reviews liefern die aktuellste und bislang umfassendste Evidenz zur HPV-Impfung. Die Daten untermauern die Impfempfehlung gegen Humane Papillomviren (HPV). Die untersuchten Impfstoffe schützen Frauen zuverlässig vor dauerhaften Infektionen. Zudem senken sie bereits im frühen Erwachsenenalter wahrscheinlich das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Langzeitdaten bestätigen die gute Verträglichkeit.

HPV-Infektionen und ihre Folgen

HPV befällt Haut und Schleimhäute. Die sexuell übertragbaren Hochrisiko-Typen ( vor allem Typ 16 und 18) können jedoch Krebs auslösen – unter anderem an Gebärmutterhals, Anus, Penis, Vulva, Vagina und im Rachen. Dies geschieht, wenn das Immunsystem das Virus nicht eliminieren kann.

In Deutschland müssen laut RKI jährlich bei rund 25.000 Frauen HPV-bedingte Zellveränderungen am Gebärmutterhals operativ entfernt werden, um die Entstehung von Krebs zu vermeiden. Weltweit ist Gebärmutterhalskrebs der vierthäufigste Krebs bei Frauen und führt jährlich zu über 300.000 Todesfällen.

Ergebnisse der klinischen Studien

Der erste Cochrane Review basiert auf 60 randomisiert kontrollierten Studien mit 157.414 Teilnehmenden. Er verglich vier HPV-Impfstoffe: Cervarix (gegen die Hochrisiko-Typen 16 und 18), Gardasil (zusätzlich gegen die nicht-krebsauslösenden Typen 6 und 11), Gardasil 9 (zusätzlich gegen weitere Hochrisiko-Typen) sowie den in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoff Cecolin (Hochrisiko-Typen 16 und 18). Die Analyse zeigt: Alle HPV-Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer anhaltenden Infektion mit den im jeweiligen Impfstoff enthaltenen HPV-Typen. Außerdem verringern sie die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen im Zeitraum bis sieben Jahre nach der Impfung.

Die Impfstoffe verursachten meist nur kurzfristige, leichte Wirkungen wie Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als nach einer Scheinimpfung.

Klinische Studien können uns noch nicht das gesamte Bild liefern, da HPV-bedingte Krebserkrankungen sehr lange brauchen, um sich zu entwickeln. Aber die Ergebnisse zeigen eindeutig: Die Impfstoffe verhindern wirksam die Infektionen, die später zu Krebs führen.

M. Sc. Hanna Bergmann, Cochrane Collaboration in London

Real-World-Daten bestätigen Krebsprävention

Der zweite Cochrane Review berücksichtigte 225 Beobachtungsstudien aus über 40 Ländern mit Daten von mehr als 132 Millionen Menschen. Die Real-World-Daten der Analyse bestätigen: Auch Gebärmutterhalskrebs wird durch die HPV-Impfung wohl verhindert – besonders bei jungen Frauen, die vor ihrem ersten Kontakt mit dem Virus geimpft wurden. Für Mädchen, die vor dem 16. Geburtstag geimpft wurden, ist das Risiko, im Zeitraum von 10 bis 14 Jahren nach der Impfung an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, wahrscheinlich um 80 % niedriger als bei nicht geimpften Frauen.

Wir sehen weltweit klare und konsistente Belege dafür, dass HPV-Impfungen Gebärmutterhalskrebs verhindern

Nicholas Henschke PhD, Cochrane Collaboration in London

Die Autorinnen und Autoren suchten auch nach Hinweisen auf schwere unerwünschte Wirkungen wie das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom oder das chronische Fatigue-Syndrom. Solche Hinweise fanden sie nicht.

Wir haben keinen Kausalzusammenhang gefunden zwischen der Impfung und häufig berichteten Nebenwirkungen, die oft in Sozialen Medien diskutiert werden

Nicholas Henschke PhD, Cochrane Collaboration in London

Quellen:

1. Pressemitteilung der Cochrane Deutschland vom 24.11.2025 : Bislang umfassendste Evidenz bestätigt Wirksamkeit und Sicherheit der HPV-Impfung

2. Bergman H, Henschke N, Arevalo-Rodriguez I et al. Human papillomavirus (HPV) vaccination for the prevention of cervical cancer and other HPV-related diseases: a network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev 2025; 11: CD015364. DOI: 10.1002/14651858.CD015364.pub2

3. Henschke N, Bergman H, Buckley BS, Dwan K, Villanueva G, Morrison J. Effects of human papillomavirus (HPV) vaccination programmes on community rates of HPV-related disease and harms from vaccination. Cochrane Database Syst Rev. 2025; 11: CD015363. DOI: 10.1002/14651858.CD015363.pub2

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