Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und kann schwerwiegende neurologische sowie körperliche Beeinträchtigungen verursachen. Wichtig sind eine frühzeitige Diagnose, individuelle Behandlungsmöglichkeiten und eine verlässliche Nachsorge. Neben spezialisierter Diagnostik zählt die Operation während der Schwangerschaft zu den Therapieoptionen bei Spina bifida. Am UKGM Gießen und Marburg begleitet ein interdisziplinäres Versorgungszentrum Familien von der Diagnose bis zur Nachsorge im Erwachsenenalter.
Welt-Spina-Bifida- und Hydrocephalus-Tag
Spina bifida, auch „offener Rücken“ genannt, ist eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule. Sie kann schwerwiegende neurologische und körperliche Beeinträchtigungen verursachen und erfordert oft eine lebenslange medizinische Betreuung. Eine frühzeitige Diagnose, individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten und eine verlässliche Nachsorge sind daher entscheidend. Der Welt-Spina-Bifida- und Hydrocephalus-Tag am 25. Oktober macht jährlich auf diese Zusammenhänge aufmerksam.
Diagnose und Therapie der Spina bifida im Überblick
Grundlage jeder Behandlung ist eine genaue Einschätzung der Fehlbildung durch spezialisierte Ultraschall- und MRT-Diagnostik. Eine besondere Behandlungsoption bei Spina bifida ist die Operation bereits während der Schwangerschaft: Dabei verschließen die behandelnden Teams die Fehlbildung am Rücken des ungeborenen Kindes, um das empfindliche Nervengewebe frühzeitig vor weiteren Schädigungen zu schützen. Auch nach der Geburt benötigen Kinder mit Spina bifida häufig über Jahre spezialisierte Behandlungen, etwa bei neurologischen, orthopädischen oder weiteren organbezogenen Beeinträchtigungen.
Versorgungszentrum am UKGM Gießen und Marburg
Am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hat die Geburtshilfe, Perinatalmedizin und fetale Therapie in Marburg ein standortübergreifendes Versorgungszentrum für Spina bifida aufgebaut. 14 Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen begleiten Familien von der Diagnose bis zur langfristigen Nachsorge. In Gießen erfolgt die Pränataldiagnostik, in Marburg führt das Team jährlich mehr als 120 fetale MRT-Untersuchungen durch. Seit 2021 bietet das UKGM die vorgeburtliche Operation an und hat bereits nahezu 60 Patientinnen behandelt. Spezialisten des Texas Children’s Hospital in Houston unterstützten das UKGM beim Aufbau der Methode.
Nach der Geburt übernehmen Neonatologie, Kinderneurologie, Kinderchirurgie, Kindernephrologie und Kinderorthopädie die weitere Versorgung. Eine eigene, von der Kinderneurologie koordinierte Spina-bifida-Sprechstunde begleitet die Kinder bis ins Erwachsenenalter.
„Unser Ziel war es, unter dem Dach der Geburtshilfe ein Netzwerk zu schaffen, das Familien von der ersten Diagnose an begleitet und den Kindern möglichst gute Entwicklungschancen, Selbstständigkeit und Lebensqualität ermöglicht“, erklärt Dr. Siegmund Köhler, Leitender Arzt für Geburtshilfe, Perinatalmedizin und fetale Therapie am UKGM Marburg.
Quelle: Pressemitteilung der Rhön Klinikum AG





