Respiratorische Infektionen wie Influenza, COVID-19, RSV und Pneumokokken-Erkrankungen sind längst als eigenständige Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse anerkannt. Dennoch werden Impfungen in der kardiologischen Praxis bislang kaum systematisch angeboten – dabei könnte genau hier ein wirksamer Präventionsansatz liegen.
Unterschätztes Risiko: Atemwegsinfektionen und das Herz
Nicht alle kardiovaskulären Ereignisse, die in Deutschland nach wie vor zu hohen Hospitalisierungs- und Mortalitätsraten führen, lassen sich auf klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen zurückführen. Die kardiologische Forschung hat deshalb weitere Risikofaktoren in den Blick genommen – mit aufschlussreichen Ergebnissen.
„Das Exposom – und dabei insbesondere Infektionen des oberen Respirationstrakts – ist auf mittlerweile umfangreicher Datenbasis als bedeutsamer Faktor für die Herzgesundheit identifiziert worden”, erläuterte Prof. Dr. Ralf Dechend, Berlin, auf einem Pressegespräch von Sanofi Deutschland.
Impfung auf Augenhöhe mit klassischer Prävention
Die vorliegenden Daten sind bemerkenswert: Die Verhinderung einer Influenza-Erkrankung ist in ihrer Effektstärke vergleichbar mit etablierten kardiovaskulären Präventionsmaßnahmen, die Kardiologen und Hausärzte bereits heute empfehlen. Sowohl die Influenza- als auch die COVID-19-Impfung können das Risiko schwerwiegender Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulärer Dekompensation bei Herzinsuffizienz signifikant senken.
Handlungsempfehlung: Impfen direkt in der kardiologischen Praxis
Prof. Dechend plädiert dafür, Impfungen als festen Bestandteil der kardiologischen Versorgung zu etablieren – nicht nur in der Hausarztpraxis, sondern auch direkt beim Kardiologen. Besonders relevant: Die Influenza-Impfung sollte Teil der stationären Routineversorgung nach einem Herzinfarkt sowie bei Dekompensation einer Herzinsuffizienz werden.





