Reine Reparaturmedizin ist nicht zukunftsfähig – das war die klare Botschaft der 5. Prevention Academy 2026, die am 19. und 20. Juni 2026 in Leipzig stattfand. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stand die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen, insbesondere von Atherosklerose und Myokardinfarkt. Führende Expertinnen und Experten diskutierten, wie sich das Fortschreiten kardiovaskulärer Erkrankungen im Versorgungsalltag bestmöglich verhindern lässt.
Atherosklerose: Ein lebenslanger Prozess
„Atherosklerose ist ein kontinuierlicher lebenslanger Prozess“, betonte Prof. Ulrich Laufs, Leipzig. Bereits kardiovaskuläre Risikofaktoren im Kindesalter können die Mortalität im mittleren Lebensalter erhöhen. Neben genetischen Faktoren – wie der familiären Hypercholesterinämie (FH) – spielen modifizierbare Risikofaktoren eine entscheidende Rolle:
- Hypertonie
- Adipositas
- Rauchen
- LDL-Cholesterin (LDL-C)
- Diabetes mellitus
Zusätzlich müssen Risikomodifikatoren wie ein dauerhaft erhöhtes hochsensitives C-reaktives Protein (hsCRP > 2 mg/l) und erhöhtes Lipoprotein(a) [Lp(a) > 50 mg/dl] in die Risikobewertung einfließen. Laufs betonte: „Es gibt keine Dichotomie mehr zwischen Primär- und Sekundärprävention.“
LDL-C-Senkung: Je früher, desto besser
Laut den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS) sollte konsequent in Risikokategorien gedacht werden – von niedrig bis extrem. Die Zielwerte sind klar definiert:
- Hohes Risiko: LDL-C < 70 mg/dl mit Senkung um mindestens 50 %
- Sehr hohes Risiko: LDL-C < 55 mg/dl mit Senkung um mindestens 50 %





