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Neue Dresdner Studie zur Schlaganfall-Prävention: BMFTR fördert mit 3 Mio. Euro

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Neue Dresdner Studie zur Schlaganfall-Prävention: BMFTR fördert mit 3 Mio. Euro

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Rund 270.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen ischämischen Schlaganfall – oft mit hohem Rückfallrisiko. Um künftig Wiederholungen zu verhindern, startet die multizentrische Studie POTENTIAL unter Leitung von Prof. Timo Siepmann an der TU Dresden eine neue Therapieoffensive: Sie prüft, ob eine intensivierte medikamentöse Hemmung der Blutplättchen direkt nach der Akutbehandlung die Chance auf einen weiteren Schlaganfall senken kann, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Bundesweit nehmen 2.100 Schlaganfallpatient*innen teil. Das ambitionierte Projekt wird mit 3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert – mit Potenzial für neue Standards in der Behandlung und Prävention von Schlaganfällen.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen ischämischen Schlaganfall, die mit 80–85 % häufigste Form des Hirninfarkts. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen handelt es sich um einen Rückfall. Gerade in den Tagen nach dem ersten Schlaganfall ist das Risiko für einen weiteren Hirninfarkt am höchsten. Unter der Leitung von Prof. Timo Siepmann, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (TUD) und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, untersucht die multizentrische Studie POTENTIAL nun eine neue Strategie zur Vorbeugung wiederholter Schlaganfälle. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt in der ersten Phase mit 3 Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von 5,9 Millionen Euro.

Ein ischämischer Schlaganfall entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich durch ein Blutgerinnsel verstopft. Bei der Akutbehandlung gilt es, dieses Gefäß so schnell wie möglich wieder zu öffnen, damit das betroffene Hirngewebe erneut mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Dies kann entweder durch ein Medikament geschehen, welches das Blutgerinnsel auflöst, oder durch einen Katheter, mit dem das Gerinnsel direkt aus dem Gefäß entfernt wird. Um das Risiko für einen weiteren Schlaganfall zu senken, erhalten Betroffene anschließend Medikamente, die verhindern, dass Blutplättchen verklumpen und neue Gerinnsel entstehen. Die Kombination aus zwei solchen Medikamenten wird bereits erfolgreich bei leichten Schlaganfällen eingesetzt, wenn zuvor keine Akutbehandlung notwendig war. Ob diese Kombinationstherapie jedoch auch nach einer erfolgreichen Wiedereröffnung des Gefäßes – sei es durch einen Katheter oder durch die medikamentöse Auflösung des Gerinnsels – sinnvoll und sicher ist, wurde bisher noch nicht ausreichend untersucht.

Hier setzt die Studie POTENTIAL (POst-Therapy ENhanced Thrombocyte Inhibition At Low NIHSS score) an. „Unser Ziel ist es zu klären, ob Patientinnen und Patienten mit einem leichten Schlaganfall gerade nach einer erfolgreichen Akutbehandlung von einer 21-tägigen verstärkten Hemmung der Blutplättchen profitieren“, erklärt Prof. Timo Siepmann. „Dafür müssen wir herausfinden, ob die intensivierte Therapie das Risiko für erneute Schlaganfälle signifikant senkt, ohne das Blutungsrisiko unverhältnismäßig zu erhöhen“, erläutert Prof. Hagen Huttner, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik.

An der bundesweiten, randomisierten klinischen Studie nehmen insgesamt rund 2.100 Patientinnen und Patienten teil. Sofern eine Hirnblutung ausgeschlossen werden kann, erfolgt die zufällige Zuteilung in zwei Gruppen: Die Behandlungsgruppe erhält über drei Wochen die intensivierte Therapie (ASS und Clopidogrel), während die Kontrollgruppe die Standardtherapie mit ASS allein erhält. Um den Behandlungserfolg zu messen, setzt die Studie auf MRT-Bildgebung und klinische Beurteilung. Projektstart ist im Februar 2026.

„Die Koordinierung dieser großangelegten Studie unterstreicht die Vorreiterrolle der Hochschulmedizin Dresden in der Schlaganfallforschung“, betont Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, ergänzt: „Die Ergebnisse von POTENTIAL können die nationalen und internationalen Leitlinien zur Schlaganfallbehandlung maßgeblich beeinflussen und die Patientenversorgung nachhaltig verbessern.“

Weitere Informationen zum Projekt – BMFTR

Quelle: Pressemitteilung der Technischen Universität Dresden vom 22.01.2026

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