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Nierenerkrankung erhöht kardiovaskuläres Risiko bei Vorhofflimmern

Arzt hält Stethoskop an Nieren-Symbol – kardiorenales Risiko bei Vorhofflimmern und chronischer Nierenerkrankung

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Nierenerkrankung erhöht kardiovaskuläres Risiko bei Vorhofflimmern

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Bei Patienten mit Device-detektiertem Vorhofflimmern sind Alter und Nierenfunktion die stärksten Prädiktoren für kardiovaskuläre Ereignisse. Das zeigt eine neue Analyse der NOAH–AFNET 6-Studie, vorgestellt beim EHRA-Kongress 2026 in Paris.

Vorhofflimmern, das nicht im EKG, sondern durch implantierte Geräte wie Herzschrittmacher oder Defibrillatoren erkannt wird – sogenanntes Device-detektiertes Vorhofflimmern (DDAF) – ist eine besondere Herausforderung in der kardiologischen Versorgung. Betroffene haben zwar ein geringeres Schlaganfallrisiko als Patienten mit klassisch diagnostiziertem Vorhofflimmern, doch eine neue Analyse zeigt: Eine eingeschränkte Nierenfunktion verschlechtert die Prognose erheblich.

NOAH–AFNET 6: Große Studienbasis, neue Erkenntnisse

Die Ergebnisse stammen aus einer vorab festgelegten Subgruppenanalyse der NOAH–AFNET 6-Studie (Non vitamin K antagonist Oral anticoagulants in patients with Atrial High-Rate episodes), einer wissenschaftsiniierten Studie des Kompetenznetzes Vorhofflimmern e.V. (AFNET). Analysiert wurden Daten von 2.534 Patienten mit DDAF in verschiedenen Stadien einer chronischen Nierenerkrankung (CKD), eingeteilt nach den KDIGO-Kriterien 2024.

Die Ergebnisse wurden von Prof. Andreas Goette vom St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn und AFNET-Vorstandsmitglied beim Jahreskongress der European Heart Rhythm Association (EHRA) in Paris vorgestellt und zeitgleich in der Fachzeitschrift EP Europace publiziert.

Schweregrad der Nierenerkrankung bestimmt kardiovaskuläres Risiko

Die Analyse zeigt deutlich: Mit zunehmendem Schweregrad der chronischen Nierenerkrankung steigt die Rate an primären Studienendpunkten – Schlaganfall, systemische Embolie oder kardiovaskulärer Tod. Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Raten an kardiovaskulären Todesfällen und systemischen embolischen Ereignissen zurückzuführen. Die Gesamtrate an Schlaganfällen blieb dagegen in allen CKD-Stadien gering.

Auch der Sicherheitsendpunkt – schwere Blutungen oder Tod – nahm mit dem Schweregrad der Nierenerkrankung zu, wobei schwere Blutungen häufiger auftraten als Todesfälle.

„Unsere Analyse hat gezeigt, dass bei Patienten mit DDAF und klinischen Risikofaktoren für einen Schlaganfall das Alter und die Nierenfunktion die stärksten Prädiktoren für kardiovaskuläre Ereignisse sind, insbesondere für den kardiovaskulären Tod“, erklärt Prof. Goette. „Die Ergebnisse belegen zudem, dass Edoxaban in der zugelassenen Dosis seine Wirksamkeit über das gesamte Spektrum der untersuchten Nierenerkrankungsstadien beibehält.“

eGFR als wichtiger Biomarker für die Risikostratifizierung

Besonders relevant für die klinische Praxis: Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) – ein einfach zugänglicher Blutbiomarker – könnte künftig helfen, das thromboembolische Risiko bei DDAF-Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion besser einzuschätzen.

Prof. Paulus Kirchhof, Vorstandsvorsitzender des AFNET und wissenschaftlicher Leiter der NOAH–AFNET 6-Studie, betont: „Diese explorative Analyse legt nahe, dass die eGFR für eine bessere Einschätzung des thromboembolischen Risikos bei Patienten mit DDAF und eingeschränkter Nierenfunktion im Zusammenhang mit der Vorhofflimmerlast nützlich sein könnte. Die Ergebnisse erfordern allerdings eine unabhängige, externe Validierung bei aktuellen DDAF-Patienten.“

Hintergrund: NOAH–AFNET 6

Die NOAH–AFNET 6-Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da die erwartete Zunahme von Blutungsereignissen eintrat, während der schlaganfallpräventive Effekt geringer als erwartet ausfiel. Die Hauptstudie hatte ergeben, dass Patienten mit DDAF ohne Antikoagulation ein niedriges Schlaganfallrisiko aufweisen. Orale Antikoagulation senkt dieses Risiko geringfügig weiter, erhöht aber gleichzeitig das Blutungsrisiko – ein Befund, der sich auch in mehreren Untergruppen bestätigte.

Über das AFNET

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Ärztinnen und Ärzte aus Kliniken und Praxen deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel ist die Verbesserung der Behandlung und Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern durch koordinierte klinische und translationale Forschung. Das AFNET wird u. a. vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und aus EU-Forschungsmitteln gefördert.

Originalpublikation: Goette A et al. Kidney disease increases the risk of cardiovascular events in patients with device-detected atrial fibrillation: NOAH-AFNET 6. Europace 2026

Quelle: Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)

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