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WCD schützt HFrEF-Patienten in der Hochrisikophase

EKG-Kurve zur Darstellung von Herzrhythmusstörungen bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion

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WCD schützt HFrEF-Patienten in der Hochrisikophase

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Herzrhythmusstörungen

mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Neue Daten vom EHRA-Kongress 2026 belegen ein bislang unterschätztes Frühphasenrisiko für den plötzlichen Herztod bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion. Die tragbare Defibrillatorweste LifeVest® ermöglicht Schutz und evidenzbasierte Therapieentscheidungen während der medikamentösen Optimierung.

Hohes SCD-Risiko in der Frühphase – Datenlage erfordert Neubewertung

Auf der Jahrestagung der European Heart Rhythm Association (EHRA 2026, Paris) wurden aktuelle Erkenntnisse zur Prävention des plötzlichen Herztodes (Sudden Cardiac Death, SCD) bei Patienten mit neu diagnostizierter Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFrEF, LVEF ≤ 35 %) präsentiert. Im Fokus stand die SCD-PROTECT-Studie, eine deutschlandweite, multizentrische Untersuchung an 946 Zentren mit knapp 20.000 konsekutiv eingeschlossenen Patienten.

Die Studie dokumentierte eine unerwartet hohe Inzidenz lebensbedrohlicher Arrhythmien: Die Rate erster adäquater Therapien durch die tragbare Defibrillatorweste (Wearable Cardioverter-Defibrillator, WCD) betrug 6,1 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei nicht-ischämischer Kardiomyopathie (NICM) und 8,6 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Myokardinfarkt/koronarer Herzkrankheit (MI/KHK). Das höchste Risiko besteht in den ersten Tagen und Wochen nach Diagnosestellung, bleibt jedoch auch nach 90 Tagen klinisch relevant.

Dr. Henrike Hillmann, Herzrhythmus Centrum Hannover, kommentierte: „SCD-PROTECT belegt eine entscheidende, bislang unterschätzte Realität: Das frühe Risiko für den plötzlichen Herztod nach NICM oder MI/KHK ist selbst unter optimierter leitliniengerechter medikamentöser Therapie deutlich höher als bisher angenommen.“

Geschlechtsneutrale Risikoverteilung bestätigt

Prof. David Duncker, Medizinische Hochschule Hannover, stellte auf der EHRA 2026 eine Subgruppenanalyse der SCD-PROTECT-Studie vor, die keine statistisch signifikanten Geschlechterunterschiede im frühen SCD-Risiko nach Herzinfarkt oder neu diagnostizierter Kardiomyopathie nachweisen konnte. Bisherige Annahmen über eine geringere Gefährdung von Frauen in dieser Phase werden damit relativiert. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines konsequent geschlechtsneutralen Schutzkonzepts in der klinischen Praxis.

Medikamentöse Therapie allein deckt Frühphasenrisiko nicht ab

Obwohl die optimierte leitliniengerechte medikamentöse Therapie (GRMT) mit den vier Substanzklassen der modernen Herzinsuffizienztherapie eine relative Risikoreduktion von ca. 61 % verspricht, zeigen Real-World-Daten erhebliche Defizite in der Umsetzung: Häufig werden nicht alle empfohlenen Substanzklassen eingesetzt oder die Zieldosen werden nicht erreicht. Eine vollständige Titration innerhalb von sechs Wochen wird in der Praxis selten realisiert.

Ergänzend belegt die HF-OPT-Studie, dass das kardiale Reverse-Remodeling mit Erholung der LVEF oft mehr als drei Monate in Anspruch nimmt: 22 % der Patienten erreichten eine LVEF-Verbesserung über 35 % erst zwischen dem dritten und sechsten Monat. Das Erreichen der GRMT-Zieldosis war dabei entscheidend (89 % Erholung bei optimaler vs. 60 % bei suboptimaler Dosierung aller Medikamente).

Prof. Nikolaos Dagres, Charité Berlin, betonte: „Trotz aller Fortschritte in der MI-Behandlung bleibt die erste Zeit nach einem Infarkt eine Phase sehr hoher Vulnerabilität für den plötzlichen Herztod, die durch eine reine leitliniengerechte medikamentöse Therapie nicht abgedeckt ist.“

Aktuelle Studien wie PARADISE-MI und SCD-PROTECT belegen, dass das SCD-Risiko im ersten Monat nach MI am höchsten ist.

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