Kardiologie » Prävention und Rehabilitation

»

Zurück ins Leben: Neues Nachsorgeprogramm hilft Überlebenden nach Herzstillstand

Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner im Porträt, Projektleiter und Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin

Quelle: Foto: privat

Zurück ins Leben: Neues Nachsorgeprogramm hilft Überlebenden nach Herzstillstand

Aktuelles

Kardiologie

Prävention und Rehabilitation

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Das Projekt „CAROL“ am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein will die Lebensqualität nach Herz-Kreislauf-Stillstand verbessern. Mit rund 5,9 Millionen Euro fördert der G-BA den Aufbau eines innovativen Nachsorgeprogramms, das medizinische, psychologische, soziale und genetische Aspekte erstmals bundesweit verknüpft.

Das bundesweite Projekt CAROL markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Nachsorge nach außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand. Erstmals übernimmt das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) am UKSH die Leitung eines Innovationsfondsprojekts, unterstützt von starken Partnern wie großen Krankenkassen, Universitätskliniken und spezialisierten Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, die Versorgung von den jährlich rund 136.000 betroffenen Patienten und ihren Angehörigen systematisch zu verbessern.

Ein zentrales Element von CAROL ist die sogenannte PRA-Nurse, eine spezialisierte Fachkraft, die die Betroffenen bereits auf der Intensivstation kennenlernt und sie über ein Jahr kontinuierlich begleitet. Die PRA-Nurse koordiniert medizinische, psychologische und soziale Angebote, unterstützt bei der Organisation von Untersuchungen, veranlasst psychokardiologische und – bei jüngeren Patienten – auch genetische Abklärungen. Auch Angehörige werden aktiv einbezogen und erhalten sowohl psychosoziale Unterstützung als auch praktische Schulungen, etwa zur Reanimation.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Patienten unter 50 Jahren: Bei ihnen wird eine genetische Diagnostik durchgeführt, um erblich bedingte Risiken zu erkennen und Präventionsmöglichkeiten für Familien zu schaffen. Die gesamte Nachsorge ist interdisziplinär und patientenzentriert angelegt.

CAROL wird an 15 spezialisierten Cardiac Arrest Centern in ganz Deutschland angeboten, darunter am UKSH in Kiel. Teilnehmen können gesetzlich Versicherte zwischen 18 und 80 Jahren, die nach außerklinischem Herzstillstand nicht dauerhaft pflegebedürftig sind. Trotz internationaler Leitlinienempfehlungen gab es bisher in Deutschland keine standardisierte strukturierte Nachsorge für diese Patientengruppe – CAROL schließt diese wichtige Versorgungslücke ab Ende 2026.

Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, 19.12.2025

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Medizinische Illustration eines Herzens mit implantiertem Herzschrittmacher

Herzklappen-Eingriff: Geschlecht beeinflusst Risiken eines Herzschrittmachers

Studien

Nach einem kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) unterscheiden sich die Zusammenhänge zwischen Herzschrittmacherstatus und Überleben bei Frauen und Männern. Eine Studie mit 1.114 Betroffenen legt nahe, geschlechtsspezifische Faktoren bei Risikobewertung und Nachsorge stärker zu berücksichtigen.

Kardiologie

Herzklappen- und strukturelle Erkankungen

Beitrag lesen
Zwei Blisterstreifen mit weißen Tabletten auf blauem Hintergrund.

Wegovy-Tablette mit Semaglutid ab sofort in Deutschland verfügbar

Aus der Industrie

Seit dem 1. September 2026 ist orales Semaglutid 25 mg zur Gewichtsregulierung in Deutschland erhältlich. In der Zulassungsstudie OASIS-4 sank das Körpergewicht nach 64 Wochen im Mittel um 13,6 %, wenn auch Therapieabbrüche und zusätzliche Behandlungen berücksichtigt wurden.

Kardiologie

Adipositas

Beitrag lesen
Tablet mit dem Schriftzug „Bluthochdruck“, daneben ein Stethoskop und Diagnoseunterlagen.

Hilo-Report: Hypertonie bei fast einem Viertel der Betroffenen unkontrolliert

Aus der Industrie

Zum Welt-Herz-Tag am 29.10. stand die Blutdruckkontrolle erneut im Fokus. Eine Anbieterbefragung weist auf Lücken bei der Hypertoniekontrolle hin. Kontinuierliche Messsysteme könnten zusätzliche Verlaufsdaten liefern – ihre klinische Aussagekraft ist jedoch geräte- und validierungsabhängig.

Kardiologie

Hypertonie

Beitrag lesen