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Doppelt hält besser: DAPT nach Schlaganfall

Medizinische Illustration eines Gehirns mit hervorgehobenen Blutgefäßen und einem roten Punkt, der ein Blutgerinnsel und einen Schlaganfall darstellt.

Quelle: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

Doppelt hält besser: DAPT nach Schlaganfall

Fachbeitrag

Neurologie und Psychiatrie

Neurointensiv- und Notfallmedizin

Schlaganfall

mgb medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Gemäß Daten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) treten bundesweit jährlich etwa 270.000 Schlaganfälle auf, davon knapp ein Viertel als Wiederholungsereignis [1]. Dabei sind 87 % der Schlaganfälle ätiologisch auf modifizierbare Risikofaktoren zurückzuführen [2]. Es gibt klare Empfehlungen, die Betroffenen auf zertifizierten Stroke Units (STU) zu behandeln — nach aktuellem Stand auf einer von 354 zertifizierten STUs deutschlandweit [1]. Dabei nimmt die Einstellung kardio- und zerebrovaskulärer Risikofaktoren im Sinne einer Sekundärprävention einen entscheidenden Teil der STU-Versorgung ein und der Beginn einer Thrombozytenaggregationshemmung (TAH), einfach oder auch dual, ist eine der Säulen der Therapie beim ischämischen, nicht-kardioembolischen Schlaganfall. Der folgende Übersichtsartikel fasst wichtige Aspekte der dualen TAH (dual antiplatelet therapy, DAPT) zusammen: (i) zentrale Arbeiten zu gängigen Einsatzgebieten der DAPT (nicht-kardioembolische, leichte Schlaganfälle und transitorisch ischämische Attacken (TIA), Evidenzen zum DAPT-Einsatz im Vergleich zur Lysetherapie, DAPT in speziellen Konstellationen — bei intrakraniellen symptomatischen Stenosen, und extrakraniellen Karotisstenosen), (ii) aktuell publizierte Studien zur DAPT aus 2025 und (iii) eine abschließende praxisorientierte Zusammenfassung — wer profitiert von einer DAPT, wann und wie lange sollte man sie einsetzen — und wo sind ihre Grenzen?

Gängige Einsatzgebiete der DAPT

DAPT bei nicht-kardioembolischem, leichten Schlaganfall und TIA

Die Evidenz zum Einsatz einer DAPT beim ischämischen Schlaganfall reicht über zehn Jahre in die Vergangenheit. Bereits 2013 gab CHANCE mit Studiendaten aus China erste Belege, dass eine duale Therapie Vorteile haben könnte [3]. Fünf Jahre später bestätigte die POINT-Studie anhand internationaler Daten diese Ergebnisse, jedoch bei etwas längerer Behandlungsdauer [4]. 2019 wurden gepoolte Daten der beiden Studien publiziert — mit der zusammenfassenden Aussage, dass sich der überwiegende Nutzen einer DAPT in der frühen Phase ergibt, nämlich innerhalb der ersten Tage nach Ereignis [5]. Danach ging es Schlag auf Schlag: 2020 die THALES-Studie mit Ticagrelor [6], 2021 CHANCE-2, die den Einfluss eines genetischen Hintergrundes — Polymorphismen im CYP2C19-Gen — in der Wirksamkeit aufbrachte [7], 2023 INSPIRES mit der Erweiterung des Zeitfensters bezüglich der DAPT-Initiierung innerhalb von 72 Stunden [8] und zuletzt 2024 ATAMIS mit dem Einschluss von auch schwerer betroffenen Patientinnen und Patienten [9]. Damit ergaben sich innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren etliche hochrelevante Daten, welche die tägliche Praxis direkt beeinflussen.

Dieser Artikel ist in der neuro aktuell 5/26 erschienen.
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Literatur

Parry-Jones AR et al. World Stroke Organization (WSO): Global intracerebral hemorrhage factsheet 2025. Int J Stroke. 2025; 20(2): 145-50

Yang L et al. Global, regional and national burden of ischemic heart disease and its attributable risk factors from 1990 to 2021: a systematic analysis of the Global Burden of Disease study 2021. BMC Cardiovasc Disord 2025 21; 25(1): 625

Wang Y et al. Clopidogrel With Aspirin in Acute Minor Stroke or Transient Ischemic Attack (CHANCE) Trial: One-Year Outcomes. Circulation 2015; 132(1): 40-6

Johnston SC et al. Clopidogrel and Aspirin in Acute Ischemic Stroke and High-Risk TIA. N Engl J Med 2018; 379(3): 215-25

Pan Y et al. Outcomes Associated With Clopidogrel-Aspirin Use in Minor Stroke or Transient Ischemic Attack: A Pooled Analysis of Clopidogrel in High-Risk Patients With Acute Non-Disabling Cerebrovascular Events (CHANCE) and Platelet-Oriented Inhibition in New TIA and Minor Ischemic Stroke (POINT) Trials. JAMA Neurol 2019; 76(12): 1466-73

Johnston SC et al. Ticagrelor and Aspirin or Aspirin Alone in Acute Ischemic Stroke or TIA. N Engl J Med 2020; 383(3): 207-17

Wang Y et al. Ticagrelor versus Clopidogrel in CYP2C19 Loss-of-Function Carriers with Stroke or TIA. N Engl J Med 2021; 385(27): 2520-30

Gao Y et al. Dual Antiplatelet Treatment up to 72 Hours after Ischemic Stroke. N Engl J Med 2023; 389(26): 2413-24

Chen HS et al. Clopidogrel Plus Aspirin vs Aspirin Alone in Patients With Acute Mild to Moderate Stroke: The ATAMIS Randomized Clinical Trial. JAMA Neurol 2024; 81(5): 450-60

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