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Epilepsie und Demenz: Mehr Gemeinsamkeiten als vermutet

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Epilepsie und Demenz: Mehr Gemeinsamkeiten als vermutet

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Epilepsie

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Erschienen in: neuro aktuell

Ist Epilepsie eine progressive Erkrankung? Können Epilepsie und Alzheimer-Demenz nicht nur gleichzeitig bestehen, sondern sich in ihrer Pathogenese auch gegenseitig beeinflussen? Priv.-Doz. Dr. Marian Galovic, Zürich, präsentierte auf der Dreiländertagung Belege, welche diese Hypothese unterstützen.

Galovic stellte den Fall eines 56-jährigen Epilepsie-kranken Patienten mit leichtgradigen stabilen Gedächtnisstörungen vor. Der Patient zeigte im MRT neuroanatomische Veränderungen mit Volumenverlust besonders im rechten Hippocampus. Im Liquor fanden sich hohe Amyloid-Konzentrationen und ein erhöhtes tau. In den folgenden 3-5 Jahren nahm das Hippocampus-Volumen weiter ab, gleichzeitig zeigte der Patient im MMSE eine deutliche Verschlechterung. Die Fallvignette zeigt, dass Epilepsie und Demenz sehr lange nebeneinander bestehen können – und deutlich häufiger als bisher vermutet. Dabei könnte die Epilepsie ein erstes Symptom einer Demenz sein. Die Alzheimer-Pathogenese umfasst einige Prozesse mit potenziell epileptogener Wirkung wie die Blockade des Glutamat-Abbaus mit vermehrter Exzitabilität. Die Bedeutung der Amyloid- und tau-Pathologie ist noch wenig verstanden.

Wechselwirkung der Epilepsie und Alzheimer-Demenz

Umgekehrt verschlechtert sich die kognitive Leistung bei der Alzheimer-Demenz mit epileptiformer Aktivität signifikant schneller als ohne epileptiforme Aktivität. Risikofaktoren für eine Epilepsie im Alter sind neben Schlaganfall (Hazard Ratio [HR] 3,47) auch Demenzen (HR 2,68) und genetische Risikofaktoren (APOE ℇ 4, 2 Allele bzw. 1 Allel HR 1,93 bzw. 1,22). Hinweise, dass eine Late Onset Epilepsie die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz fördert, fanden sich inzwischen in mehreren Studien mit einer HR von 3,05–1,95.

Weitere Hinweise für eine bidirektionale Assoziation gibt die Bildgebung. Im MRT fanden sich bei Patienten mit fokaler Epilepsie eine progressive kortikale Verdünnung in vielen Hirnregionen vor allen an Orten epileptogener Zentren. Dieses Schädigungsmuster findet sich bei der generalisierten Epilepsie nicht. Galovic vertritt die Ansicht, dass es sich hier um eine begrenzte Netzwerkstörung handelt, an denen beide Pathologien beteiligt sind. Derzeit laufen für zahlreiche Antikonvulsiva (ASM; Antiseizure Medication) Studien zu möglichen neurodegenerativen Effekten.

Dr. Alexander Kretzschmar, München

Quelle: Dreiländertagung Epilepsie Symposium „Neurodegeneration und Epilepsie: Bildgebung, Pathologie, Kognition“ Berlin, 16. März 2023.

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