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Faktor-XI-Inhibitoren mit enttäuschenden Ergebnissen

Faktor-XI-Inhibitoren mit enttäuschenden Ergebnissen

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Erschienen in: neuro aktuell

Zwei Faktor-XI-Hemmer wurden in sehr ähnlichen Phase-II-Studien untersucht. In beiden Studien ergab sich nach 90 Tagen kein Vorteil für die Wirkstoffe. Beide werden in Phase-III-Studien mit längerer Laufzeit geprüft werden.

Die zwei Faktor-XI-Inhibitoren Mildexian und Asundexian wurden in zwei kürzlich abgeschlossenen Phase-II-Studien getestet. Prof. Matthias Endres, Berlin, fasste die in seinen Augen etwas enttäuschenden Ergebnisse zusammen. Faktor-XI-Inhibitoren setzen hoch in der intrinsischen Gerinnungskaskade an und es gebe gute Argumente dafür, dass sie zwar antikoagulieren aber weniger Blutungen erzeugen und thrombusspezifisch sind, so Endres. Diese Hypothese wird dadurch unterstützt, dass Menschen, die aus genetischen Gründen einen niedrigen Faktor-XI-Spiegel haben, auch ein geringes Risiko für Schlaganfälle ohne erhöhtes Blutungsrisiko haben. In einer Studie an Patienten mit inzidentem Schlaganfall hatten die Patienten mit hohem Faktor-XI-Spiegel auch ein höheres Rezidivrisiko.

Die Phase-II-Studie Axiomatic untersuchte den Faktor-XIa-Inhibitor Milvexian, der nach oraler Administration schnell aufgenommen wird, eine Halbwertszeit von 11–18 Stunden hat, vorwiegend durch CYP3A4 metabolisiert und zu weniger als 20% mit dem Urin ausgeschieden wird. Sein Interaktionspotenzial ist begrenzt. Kombinierter primärer Endpunkt war das klinische Rezidivrisiko nach Schlaganfall und mit MRT diagnostizierte stumme Hirninfarkte, sekundärer Endpunkt waren Blutungskomplikationen. Ausgeschlossen waren Patienten mit lakunärem Hirninfarkt. Die Patienten erhielten zusätzlich zur Doppelplättchenhemmung Milvexian, die Dosis wurde von 25 mg täglich auf 200 mg zweimal täglich bei Patienten mit Hinweisen auf Atherothrombose erhöht.

Der primäre Endpunkt war zwischen Placebo und den verschiedenen Milvexian-Dosen nicht unterschiedlich. Die Zahl der klinischen Schlaganfälle war unter Milvexian zahlenmäßig leicht niedriger, ausgenommen unter der höchsten Dosierung, auf stumme Hirninfarkte hatte der Wirkstoff keinen Einfluss. Banale Blutungen nehmen unter Milvexian zu, bei schweren Blutungen gab es keinen Unterschied zur Placebogruppe.

Endres fasste zusammen, dass sich nach 90 Tagen bei Patienten mit leichtem und moderatem Schlaganfall und Atherothrombose der primäre Endpunkt nicht verbessert hat. Es habe nicht signifikant weniger symptomatische Schlaganfälle unter Milvexian gegeben, das galt für Endres unerklärlicherweise nicht für die 200-mg-Gruppe. Die Blutungsrate war insgesamt niedrig.

In die Pacicific-Stroke-Studie, die Asundexian prüfte, waren auch lakunäre Patienten eingeschlossen, ansonsten war sie sehr ähnlich aufgebaut. Auch hier zeigte sich kein signifikanter Unterscheid im primären Endpunkt. Auch hier unterscheiden sich die Effekte bei klinischen und asymptomatischen Infarkten. Beide Substanzen werden in einer Phase-III-Studie mit längerer Nachbeobachtung geprüft werden.

Roland Müller-Waldeck

Quelle: Symposium am 2.11. 2022 auf der Neurowoche 2022: Neues zur Pathophysiologie und Therapie des Schlaganfalls

Bildquelle: Сергей Лабутин – stock.adobe.com

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