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Europäischer Kopfschmerzkongress: Hormone und Kopfschmerz

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Europäischer Kopfschmerzkongress: Hormone und Kopfschmerz

Kongress

Neurologie und Psychiatrie

Kopfschmerzerkrankungen

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Welche Auswirkungen haben Hormone auf Kopfschmerzen? Dieser Frage gingen zwei Expertinnen im Rahmen des Europäischen Kopfschmerz-Kongresses Anfang Dezember in Lissabon nach.

Willemijn Naber vom Leiden University Medical Center präsentierte aktuelle Daten zur Rolle der Androgene beim Clusterkopfschmerz, und PD Dr. Bianca Raffaelli von der Charité – Universitätsmedizin Berlin gab einen umfassenden Überblick über hormonelle Einflüsse auf die Migräne jenseits des Östrogens.

Clusterkopfschmerz

Naber ging der lange diskutierten Frage nach, ob ein verändertes Testosteronprofil zur Entstehung des Clusterkopfschmerzes beitragen könnte. Obwohl die Erkrankung häufiger Männer betrifft und frühere Hypothesen von einer Art „Hyper-Maskulinität“ ausgingen, zeigte die aktuelle Evidenz ein differenzierteres Bild. „In einer Untersuchung mit je 30 Patienten mit episodischem sowie chronischem Clusterkopfschmerz und 30 gesunden Kontrollpersonen fand sich zunächst kein signifikanter Unterschied im Gesamt-Testosteron, sobald Einflussfaktoren wie Alter und BMI statistisch berücksichtigt wurden“, so Naber. Dennoch zeigten sich relevante Befunde in einer Subgruppe: „Biochemischer Hypogonadismus trat bei jedem fünften Mann mit chronischem Clusterkopfschmerz auf, häufiger und teils ausgeprägter als in der Kontrollgruppe.“

Bemerkenswert war zudem, dass es sich fast durchgängig um zentral bedingte Formen des Hypogonadismus handelte. Dies sei laut Naber ein Hinweis darauf, dass hypothalamische Dysfunktionen, die bei der Erkrankung ohnehin eine zentrale Rolle spielen, auch den hormonellen Haushalt beeinflussen könnten. Ergänzend berichteten die Betroffenen häufiger über Symptome eines Androgenmangels, etwa Schlaf- oder Stimmungsschwankungen. Nabers Fazit lautete daher, dass Hypogonadismus bei Clusterkopfschmerz zwar nicht weit verbreitet, aber klinisch relevant sei und möglicherweise therapeutisch adressiert werden könnte.

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