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Spezialisierte Psychotherapie hilft besonders hochbelasteten Müttern

Erschöpfte Mutter hält schlafendes Baby im Arm – postnatale Depression und mütterliche Erschöpfung

Quelle: Jelena Stanojkovic - stock.adobe.com

Spezialisierte Psychotherapie hilft besonders hochbelasteten Müttern

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: neuro aktuell

Psychische Erkrankungen in den ersten Jahren nach der Geburt ihres Kindes betreffen etwa 15 bis 20 Prozent aller Mütter und können die frühe Bindung zum Kind stark belasten. Wie wirksam eine spezialisierte Therapieform für Eltern und Kind ist, untersuchte das von der Internationalen Psychoanalytischen Universität (IPU) Berlin federführend koordinierte, multizentrische Projekt SKKIPPI. Die im Fachjournal Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health veröffentlichten Ergebnisse einer Interventionsstudie liefern wichtige Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Versorgung.

Psychische Erkrankungen in den ersten Jahren nach der Geburt ihres Kindes betreffen etwa 15 bis 20 Prozent aller Mütter und können die frühe Bindung zum Kind stark belasten. Wie wirksam eine spezialisierte Therapieform für Eltern und Kind ist, untersuchte das von der Internationalen Psychoanalytischen Universität (IPU) Berlin federführend koordinierte, multizentrische Projekt SKKIPPI. Die im Fachjournal Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health veröffentlichten Ergebnisse einer Interventionsstudie liefern wichtige Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Versorgung.

Das Projekt „Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie durch Prävalenz- und Interventionsstudien“ (SKKIPPI) untersuchte in einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) die Wirksamkeit der fokusbasierten Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (kurz: ESKP-f). Dabei wurden 120 Mutter-Kind-Paare, bei denen die Mütter unter diagnostizierten psychischen Störungen litten, entweder mit der spezialisierten ESKP-f im Kurzzeitsetting (12 Sitzungen in sechs Wochen) oder innerhalb der regulären Gesundheitsversorgung („Care-as-Usual“) behandelt.

Entscheidender Vorteil bei hoher psychischer Belastung

Ein zentrales Ziel der Untersuchung war herauszufinden, ob sich die mütterliche Feinfühligkeit durch die Behandlung verbessert – eine wichtige Bedingung für eine gesunde emotionale Entwicklung von Säuglingen. Die Daten zeigen eine Verbesserung der Interaktionsqualität und der mütterlichen Symptome in beiden Gruppen. Als besonders hilfreich erwies sich die spezialisierte ESKP-f-Intervention bei Müttern mit sehr hoher Symptombelastung. In dieser Hochrisikogruppe waren die Effekte der ESKP-f jenen aus der regulären Gesundheitsversorgung überlegen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die ESKP-f im Kurzzeitsetting als gezielte Intensivmaßnahme für schwerer belastete Familien einen Unterschied machen kann.

Herausforderungen in der Behandlungskontinuität

Dass es für hochbelastete Familien in der sensiblen Zeit nach der Geburt nicht immer einfach ist, die regelmäßigen Therapietermine wahrzunehmen, spiegeln die hohen Abbruchquoten (Drop-out) in den beiden Studiengruppen wider. Die Publikation zeigte auch die Wichtigkeit niedrigschwelliger Zugangswege für eine engmaschige Begleitung der Familien: „Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in psychischer Not brauchen Ansprechpersonen, die kurzfristig gezielte psychotherapeutische Hilfe leisten und möglichst zu den Familien nach Hause kommen können“, betont Prof. Dr. Lars Kuchinke, Leiter des SKKIPPI-Projekts. ESKP-f kann in psychotherapeutischen Ambulanzen, Kliniken und Praxen ein wirksamer Beitrag sein, folgenschwere Belastungen frühzeitig abzufangen.

Das Projekt SKKIPPI wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert und leistet einen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung von Eltern und Kleinkindern in Deutschland.

Quelle: Pressemeldung International Psychoanalytic University Berlin (idw, 10.3.26)

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