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Tenecteplase bei Schlaganfällen nach Perfusionsbildgebung

Die TIMELESS-Studie verglich bei Schlaganfall-Betroffenen mit geeigneter Perfusionsbildgebung die Therapie mit Tenecteplase (vs. Placebo) im Zeitfenster bis zu 24 Stunden.

Tenecteplase bei Schlaganfällen nach Perfusionsbildgebung

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Erschienen in: neuro aktuell

Die TIMELESS-Studie („Thrombolysis in Imaging Eligible, Late Window Patients to Assess the Efficacy and Safety of Tenecteplase“) verglich bei Schlaganfall-Betroffenen mit geeigneter Perfusionsbildgebung die Therapie mit Tenecteplase (vs. Placebo) im Zeitfenster bis zu 24 Stunden. In beiden Gruppen wurde bei über Dreiviertel der Fälle nach der Lysebehandlung thrombektomiert. Nach 90 Tagen zeigte sich in der Verumgruppe keine signifikante Verbesserung der funktionellen Ergebnisse, auch Mortalität und Blutungsrisiko waren ähnlich.

Die Daten zur Verwendung von Tenecteplase (TNK-t-PA) nach mehr als 4,5 Stunden ab Beginn der Schlaganfallsymptomatik sind begrenzt. Es wird davon ausgegangen, dass geeignete Patientinnen und Patienten, die in der Perfusionsbildgebung (CT/MRT) rettbares Hirngewebe zeigen, auch in einem erweiterten Zeitfenster von Tenecteplase profitieren. Eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie [1] verglich die intravenöse Gabe von Tenecteplase (0,25 mg/kg, max. 25 mg) bei Betroffenen mit ischämischem Schlaganfall im Zeitfenster 4,5 – 24 Stunden (nach Symptombeginn bzw. „last known well“/LKW) mit Placebo. Einschlusskriterien waren Verschlüsse der A. cerebri media oder der A. carotis interna und eine günstige Perfusionsbildgebung. Primärer Endpunkt war der mRS-Score im Bereich 0-6 (0 = keine Behinderung; 6 =Tod) am Tag 90. Zu den Sicherheitsendpunkten gehörten Tod und symptomatische intrakranielle Blutung.

Von 458 Teilnehmenden erhielten 228 Tenecteplase und 230 Placebo, die mediane Zeit von LKW bis zur Randomisierung betrug in der Tenecteplase-Gruppe 12,3 Stunden und in der Placebo-Gruppe 12,7 Stunden; nach der Randomisierung erfolgte die Applikation von Tenecteplase/Placebo nach 13-14 Minuten. Im Anschluss erfolgte bei 176/228 (77,2 %) und bei 178/230 (77,4 %) eine endovaskuläre Thrombektomie.

Nach 90 Tagen gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Der mediane mRS-Score lag jeweils bei 3; die adjustierte OR für Tenecteplase für eine bessere mRS-Scores-Verteilung war 1,13 (p=0,45). Die 90-Tages-Mortalität betrug in der Tenecteplase-Gruppe 19,7 % (in der Placebo-Gruppe 18,2 %) und die Häufigkeit symptomatischer Hirnblutungen war in beiden Gruppen ähnlich (3,2 % bzw. 2,3 %). Als möglichen Grund für den fehlenden Vorteil in der Tenecteplase-Gruppe diskutiert das Autorenteam die ausgesprochen kurze Zeit bis zum Beginn des endovaskulären Eingriffs in dieser Studie (arterielle Punktion 15-17 Minuten nach i. v.-Gabe von Tenecteplase/Placebo).

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Bildquelle: © hedehog94 – stock.adobe.com

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