Onkologie » Hämatoonkologie » Leukämien und MDS

»

DGHO 2022: Erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz, Diabetes und Niereninsuffizienz bei AML-Langzeitüberlebenden

DGHO 2022: Erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz, Diabetes und Niereninsuffizienz bei AML-Langzeitüberlebenden

Aktuelles

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Dank moderner Therapiemöglichkeiten überleben immer mehr Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML) über einen langen Zeitraum. Die bisher vorhandene Wissenslücke zu den möglichen körperlichen Langzeitfolgen der AML und ihrer Behandlung schloss die vorliegende Querschnittsstudie.

Die Untersuchung analysierte die Daten zum Gesundheitszustand von 355 AML-Langzeitüberlebenden im medianen Alter von 60 Jahren mindestens fünf Jahre nach der Erstdiagnose (Median 11,6 Jahre). Die Patient:innen waren an klinischen Studien beteiligt oder befanden sich im Register der AML-CG-Studiengruppe. 38 % hatten nur eine Chemotherapie erhalten, bei 62 % bestand die Therapie in einer allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT). Die Daten zum Gesundheitszustand wurden anhand von Patient:innenfragebögen, Beurteilungen durch die Ärzt:innen sowie medizinischen und Laborberichten erhoben. Eine Kontrollgruppe wurde aus deutschen bevölkerungsbezogenen Gesundheitserhebungen (Robert-Koch-Institut, DEGS1-Erhebung) abgeleitet.

In alters- und geschlechtsadaptierten multivariaten Modellen zeigte sich bei AML-Langzeitüberlebenden im Vergleich zur deutschen Allgemeinbevölkerung ein zweifach höheres Risiko für Typ-1/2-Diabetes sowie ein 3,5-fach höheres Risiko für eine Herzinsuffizienz. Darüber hinaus war die Nierenfunktion (gemessen mittels glomerulärer Filtrationsrate [eGFR]) bei AML-Patient:innen aller Altersgruppen signifikant beeinträchtigt. Es ließen sich keine behandlungs- oder krankheitsbedingten Faktoren identifizieren, die dies erklärten.

Bemerkenswert sei, so die Schlussfolgerung der Autor:innen, dass AML-Langzeitüberlebende nach einer alloSCT im Vergleich zu den mit Chemotherapie behandelten Patient:innen kein erhöhtes Risiko für die analysierten Komorbiditäten aufwiesen.

Quelle: DGHO-Jahrestagung 2022, 7.-10. Oktober in Wien; V50 – Moret AS et al. Deutsche AMLCG-Survivorship Studie – Somatische Langzeitfolgen Akuter Myeloischer Leukämie und der Therapie: von Herz bis Niere

Bilderquelle: ©sudok1– stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Collage mit drei Nachwuchsforschenden in der Krebsmedizin, jeweils im Portraet vor Labor- oder Naturhintergrund, als Symbolbild fuer ERC-Starting-Grants am Krebsforschungszentrum

Starting Grant für gleich drei Forschende des Krebsforschungszentrum

Aktuelles

Daniel Kirschenbaum, Lena Kutscher und Michael Scherer überzeugten mit innovativen Forschungsansätzen zu grundlegenden Fragen der Krebsmedizin.

Onkologie

Hirntumoren

Beitrag lesen
Medizinforscher im weissen Kittel steht mit verschraenkten Armen vor einem MRT-Geraet und symbolisiert neue neuroonkologische Bildgebung in Bonn

Förderung für den Wissenschaftsstandort Deutschland

Aktuelles

Else Kröner-Fresenius-Stiftung stärkt den Wissenschaftsstandort Deutschland, in dem sie Fakultäten und Hochschulen die Möglichkeit eröffnet Medizinforschenden eine attraktive und langfristige Perspektive in Deutschland zu bieten. So auch Dr. Daniel Paech, er von Harvard nach Bonn wechselt.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Collage mit sechs jungen Forschenden in weissen Kitteln im Labor als Symbolbild fuer den von der Jose Carreras Leukaemie-Stiftung gefoerderten Forschungsnachwuchs

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert vielfältig den Forschungsnachwuchs

Aktuelles

„Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Stifters José Carreras erreichen wir nur über Forschung“, erklärt Dr. Ulrike Serini, Geschäftsführerin der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen