Das aktuelle Update der ELN-Risikostratifikation ist dem vorhergehenden Stand sehr ähnlich. Es wurden einige wichtige Neuerungen eingeführt, die zu inkrementellen Veränderungen der Klassifikation führen. Es besteht ein Trend zu einer Vergrößerung der ungünstigen Risikogruppe. Insbesondere die Inklusion von Myelodysplasie-assoziierten Veränderungen als unabhängige Prädiktoren für ungünstiges Risiko bleibt umstritten, da mehrere Validierungen diese Annahme nicht bestätigen konnten. Einige andere Änderungen, wie z. B. die Reklassifikation von CEBPA-Mutationen, zeigten sich jedoch vorteilhaft und der weitere Stellenwert der Klassifikation als Standard zur Risikostratifizierung bleibt unbestritten. In Zukunft werden wohl immer komplexere Ansätze zur Risikostratifizierung der AML herangezogen werden. So spielen neben weiteren genetischen Aberrationen auch Interaktionen zwischen den Aberrationen sowie Veränderungen von Genexpression, Methylierung und Splicing eine biologische Rolle. Daneben sind auch inhärente Faktoren der Patienten zu berücksichtigen. Zuletzt ist auch eine Anpassung der Vorhersage gemäß Krankheitsverlauf, verabreichten Therapien und Ansprechen darauf wünschenswert. Daher ist sowohl eine weitere Überarbeitung der ELN-Klassifikation als auch die Weiterentwicklung und Etablierung komplexerer Prädiktionssysteme anzustreben.
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