Circa 600 Kinder und Jugendliche erhalten jährlich die Diagnose Hirntumoren in Deutschland. Der GBA fördert ein Projekt für eine verbesserte Nachsorge mit 4,6 Millionen Euro.
Nach einer Hirntumor-Erkrankung bleiben oft Spätfolgen wie neurologische Defizite, hormonelle Störungen, Seh- und Hörstörungen, Herz- und Nierenfunktionsstörungen, Unfruchtbarkeit sowie ein erhöhtes Risiko für weitere Tumore zurück. Das neue, vom UKE koordinierte HIT-Life-Projekt zielt auf eine verbesserte Identifizierung der von den Patient*innen berichteten medizinischen und unterstützenden Versorgungsbedarfe. Zu diesem Zweck sollen zwei regional zentralisierte, interdisziplinäre Nachsorgezentren in Hamburg und Essen zur Erkennung, Vorbeugung und Versorgung medizinischer und psychosozialer Probleme etabliert werden. In diesen Zentren erhalten die Patient*innen Untersuchungen, Beratungen sowie individuelle Empfehlungen für ihre speziellen Bedürfnisse und die künftige Nachsorge. „Im Erfolgsfall erleichtert die neue Versorgungsform den Zugang zu einer individuellen bedarfsgerechten Versorgung, deckt den Versorgungsbedarf und hilft so, langfristig Folgeprobleme nach einer Hirntumorerkrankung im Kindes- und Jugendalter zu vermeiden“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Stefan Rutkowski, Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.
Weitere Universitätskliniken beteiligt
Das Projekt beginnt am 1. Januar 2027 und wird für dreieinhalb Jahre gefördert. Aus dem UKE sind neben der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie das Institut und die Poliklinik für Medizinische Psychologie sowie das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung beteiligt. Weitere Konsortialpartner sind die AOK Rheinland/Hamburg, die Universität Münster sowie die Universitätskliniken Bonn, Essen und Mainz. Zur Messung der Wirksamkeit der neuen Versorgungsform werden unter anderem Lebensqualität und Teilhabe der Patient*innen analysiert sowie die Inanspruchnahme von Rehabilitationsmaßnahmen erfasst. Darüber hinaus wird das Kosten-Nutzen-Verhältnis der neuen Versorgungsform in einer gesundheitsökonomischen Analyse ermittelt.
Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf





