Onkologie » Sonstiges

»

Früher CRP-Flare nach Beginn der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren mit erhöhtem Thromboserisiko assoziiert

Früher CRP-Flare nach Beginn der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren mit erhöhtem Thromboserisiko assoziiert

Aktuelles

Onkologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Tumorpatienten unter Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) haben ein erhebliches Risiko für venöse Thromboembolien (VTE). Herkömmliche prothrombotische Risikofaktoren scheinen bei der Vorhersage von VTE unter ICI-Therapie ungeeignet zu sein. Ziel der vorliegenden retrospektiven Kohortenstudie war es, die Frühkinetik des CRP-Spiegels nach Beginn der ICI-Behandlung zur Vorhersage von VTE zu untersuchen.

Insgesamt wurden 405 mit ICI behandelte Patienten im mittleren Alter von 63 Jahren eingeschlossen (38 % Frauen). Die häufigsten Tumorarten waren Melanom (33 %) und Lungenkrebs (26 %), bei 91 % der Betroffenen befand sich zu Beginn der ICI-Behandlung der Tumor im Stadium IV. Die CRP-Werte wurden zu Studienbeginn sowie ein, zwei und drei Monate nach Start der ICI-Therapie bestimmt. Die Stratifizierung der Teilnehmer erfolgte anhand der CRP-Dynamik im Vergleich zu den Ausgangswerten, wobei ein CRP-Flare als Anstieg um den Faktor 2,5 im Vergleich zu Baseline definiert wurde.

Während der medianen Nachbeobachtungszeit von 7,9 Monaten traten insgesamt 29 VTE auf (kumulative Inzidenz 12,7 %). Bei Patienten mit einem frühen CRP-Anstieg nach Beginn der ICI-Behandlung (73 %) ließ sich ein signifikant erhöhtes VTE-Risiko beobachtet (p = 0,038). Die kumulative VTE-Inzidenz bei einem frühen CRP-Flare betrug 17,5 %, verglichen mit 2,9 % bei Teilnehmern ohne CRP-Flare.

Damit konnte nachgewiesen werden, dass die frühe Dynamik des CRP-Werts mit einem erhöhten VTE-Risiko unter einer ICI-Therapie assoziiert ist, wobei die höchsten Raten bei Patienten mit einem initialen CRP-Flare beobachtet wurden. Die Daten deuten nach Ansicht der Autoren auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der ICI-induzierten systemischen Entzündungsreaktion und dem späteren VTE-Risiko hin.

Dr. Katrina Recker

Quelle: 64th ASH Annual Meeting and Exposition, Moik F et al. „Early Dynamics of C-Reactive Protein Predict Risk of Venous Thromboembolism in Patients with Cancer Treated with Immune Checkpoint Inhibitors.“ Abstract #519

Bilderquelle: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Schwarzes Labormikroskop im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet ein Wissenschaftler im weißen Kittel an einem Labortisch

Vom Mikroskop zur KI: Heidelberger Neuropathologie im Wandel

Aktuelles

Nach fast 20 Jahren übergibt Professor Dr. Andreas von Deimling die Leitung der Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg an Professor Dr. Dr. Felix Sahm. Unter seiner Führung entwickelte die Abteilung neue molekulare Diagnoseverfahren, die die Hirntumordiagnostik weltweit veränderten. Heute zählt sie zu den international führenden Referenzzentren ihres Fachgebiets.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Handschlag über einem Schreibtisch als Symbol für eine Kooperation

Krebsprävention: DKFZ und BIPS bündeln ihre vereinten Kräfte

Aktuelles

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) möchten ihre Zusammenarbeit in der Krebsprävention deutlich ausbauen. Ein Memorandum of Understanding besiegelt erstmals die fünfjährige Partnerschaft ab September 2026. Erste Projekte zum risikoadaptierten Prostatakrebs-Screening starten bereits in diesem Jahr.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Referent praesentiert Diagramme auf Leinwand vor Publikum bei Vortrag zu Gender Data Gap

Öffentlicher Vortrag: Gender Data Gap bei Krebs

Kongress

Männer und Frauen erkranken nicht nur unterschiedlich häufig an Krebs, sie sprechen oft auch unterschiedlich auf Therapien an. Dennoch werden geschlechtsspezifische Unterschiede in Forschung und klinischen Studien häufig unzureichend berücksichtigt.

Onkologie

Lungenkarzinom

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen