Onkologie » Hirntumoren

»

Glioblastom: Überwinden CAR-T-Zellen Tumorheterogenität?

Glioblastom: Überwinden CAR-T-Zellen Tumorheterogenität?

Aktuelles

Onkologie

Hirntumoren

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die CAR-T-Zell-Therapie hat erfolgreich Einzug in die Therapie verschiedener hämatookonkologischer Erkrankungen gehalten. Verschiedene Untersuchungen zeigten, dass dieses immuntherapeutische Konzept auch ein viel versprechendes Potenzial bei soliden Tumoren und speziell beim Glioblastom (GBM) haben könnte, für das es seit fast drei Jahrzehnten keine nennenswerten Behandlungsfortschritte gibt. In der vorliegenden Untersuchung sollten geeignete Zielantigene identifiziert werden, um die CAR-T-Zelltherapie beim GBM zu verbessern.

Die Analyse der Expression von Zielantigenen erfolgte in Zelllinien und einem breiten GBM-Patient:innenkollektiv mittels Immunhistochemie (IHC), quantitativer PCR (qPCR) und Durchflusszytometrie. Die CARs wurden durch lentivirale Transduktion in T-Zellen exprimiert. Anschließend untersuchte man ihre antitumoralen Fähigkeiten In vitro, In vivo (orthotopische Mausmodelle) sowie im Ex vivo-Modell mit GBM-Organoiden aus Patient:innengewebe (patient-derived organoids; PDO), um die intratumorale Heterogenität dieser Tumorentität zu berücksichtigen.

Basierend auf den Screeningergebnissen konzentrierten sich die Untersuchenden auf das Glykosphingolipid GD2 und auf zwei neue, noch nicht veröffentlichte Antigenkandidaten. In In-vitro-Kulturversuchen mit sieben verschiedenen GBM-Zelllinien, die entweder eines oder mehrere der drei Antigene in unterschiedlichen Mengen exprimierten, zeigte sich, dass die jeweiligen CAR-T-Zellen auf einige, nicht aber auf alle Zelllinien ansprachen. Das gelang jedoch mit der Kombination der Produkte: In PDO-Experimenten wurden Organoide aufgelöst, und CAR-T-Zellen induzierten unter anderem die Apoptose in Tumorzellen, infiltrierten und proliferierten in PDO  und reduzierten In vivo deutlich die Tumorlast, verhinderten weiteres Wachstum und boten einen Überlebensvorteil.

Das Fazit: GMB-Zelllinien, PDO und Xenotransplantate können über die identifizierten Antigene effizient angesprochen werden, was sie zu viel versprechenden Kandidaten für eine CAR-T-Zelltherapie beim GBM macht. Die Kombinationen der CAR-T-Zell-Therapeutika in Multi-Targeting-Ansätzen könnte ein wichtiger Schritt zur Überwindung der GBM-Heterogenität sein.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Hübner J et al. CAR-T-Zellen beim Glioblastom: Auf dem Weg zur Multi-Targeting-Therapie (P381), im Rahmen der DGHO-Jahrestagung 2023 am 14.10.2023

Bilderquelle: © freshidea – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Schwarzes Labormikroskop im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet ein Wissenschaftler im weißen Kittel an einem Labortisch

Vom Mikroskop zur KI: Heidelberger Neuropathologie im Wandel

Aktuelles

Nach fast 20 Jahren übergibt Professor Dr. Andreas von Deimling die Leitung der Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg an Professor Dr. Dr. Felix Sahm. Unter seiner Führung entwickelte die Abteilung neue molekulare Diagnoseverfahren, die die Hirntumordiagnostik weltweit veränderten. Heute zählt sie zu den international führenden Referenzzentren ihres Fachgebiets.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Handschlag über einem Schreibtisch als Symbol für eine Kooperation

Krebsprävention: DKFZ und BIPS bündeln ihre vereinten Kräfte

Aktuelles

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) möchten ihre Zusammenarbeit in der Krebsprävention deutlich ausbauen. Ein Memorandum of Understanding besiegelt erstmals die fünfjährige Partnerschaft ab September 2026. Erste Projekte zum risikoadaptierten Prostatakrebs-Screening starten bereits in diesem Jahr.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Referent praesentiert Diagramme auf Leinwand vor Publikum bei Vortrag zu Gender Data Gap

Öffentlicher Vortrag: Gender Data Gap bei Krebs

Kongress

Männer und Frauen erkranken nicht nur unterschiedlich häufig an Krebs, sie sprechen oft auch unterschiedlich auf Therapien an. Dennoch werden geschlechtsspezifische Unterschiede in Forschung und klinischen Studien häufig unzureichend berücksichtigt.

Onkologie

Lungenkarzinom

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen