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Erstlinientherapie beim Multiplen Myelom

Blutprobe mit der Aufschrift „Multiple Myeloma“, die auf Forschung und Diagnose der Erkrankung hinweist.

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Erstlinientherapie beim Multiplen Myelom

Fachbeitrag

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Das Multiple Myelom (MM) ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellzellen, das sich durch klonale Expansion im Knochenmark auszeichnet und im Jahre 2020 eine jährliche Inzidenzrate von 7,1/9 pro 100.000 bei einem mittleren Erkrankungsalter von 74 / 72 für Frauen bzw. Männer aufwies [1, 2]. Mit dokumentierten, globalen altersstandardisierten Inzidenzraten von ca. 1,8 pro 100.000 in 2022 stellt es eine der häufigsten hämatologischen Malignome weltweit dar [3]. Trotz der Einführung einer Vielzahl von neuen Substanzgruppen und weiterentwickelten Vertretern dieser Substanzgruppen über die letzten Jahre [4] verbleibt das MM weiterhin eine unheilbare Erkrankung mit 5-Jahres-Überlebensraten von ca. 57 % in Deutschland [2] und altersstandardisierten Mortalitätsraten von 1,8 / 2,8 pro 100.000 (Deutschland) sowie 0,9 / 1,3 pro 100.000 (global) für Frauen bzw. Männer [3]. Neueste Ergebnisse aus internationalen klinischen Studien liefern Evidenzen für Therapieschemata, die signifikante Verbesserungen in Gesamt- und progressionsfreiem Überleben versprechen.

Die Entscheidung zur Erstlinienbehandlung wird, nach Feststellung der Therapiepflichtigkeit eines neudiagnostizierten MM (NDMM) in interdisziplinärer Einschätzung auf Basis der SLiM-CRABKriterien und des zytogenetischen Risikostatus [5, 6], vor allem durch die Eignung zur Hochdosistherapie (HDT) gefolgt von autologer Transplantation (ASCT) geleitet.

Bei gegebener HDT-Eignung sind aktuell Quadrupelkombinationen im Dara-VTd, Dara-VRd oder Isa- VRd-Schema, gefolgt von HDT/ ASCT, im Rahmen der Standard of Care (SoC) empfohlen, wobei Isatuximab noch nicht für diesen Anwendungsbereich zugelassen ist. Diese Empfehlung stützt sich auf den Ergebnissen der Studien PERSEUS (NCT03710603) und GMMGHD7 (NCT03617731).

So konnte im Rahmen der Phase-IIIPERSEUS- Studie [7] mit einer Studienpopulation von 709 NDMM-Patienten ein Vorteil für eine Induktionstherapie gemäß dem Dara-VRd- Schema (gefolgt von Dara-VRd-Konsolidierung und Dara-R-Erhaltung) im Vergleich zum VRd- (Induktion, Konsolidierung) und R- (Erhaltung) Schema gezeigt werden. Bei einer medianen Follow-up-Zeitspanne von 47,5 Monaten betrugen die 4-Jahres- PFS-Raten 84,3 % in der Dara-VRdvs. 67,7 % in der VRd-Gruppe mit einem Hazard-Ratio (HR) von 0,42 (95 %-Konfidenzintervall (KI): 0,30– 0,59; p < 0,001). Formell kann Daratumumab im Sinne des PERSEUSStudienprotokolls nach 2 Jahren beendet werden, wenn eine mindestens 12-monatige MRD-Negativität bestanden hat. Daratumumab konnte im Rahmen der Studie nach 2 Jahren Erhaltungstherapie bei ca. 60 % der Patienten im experimentellen Arm beendet werden. Daten bzgl. des progressionsfreien Überlebens (PFS) beim Absetzen von Daratumumab bei Patienten mit anhaltender MRD-Negativität liegen jedoch nicht vor.

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