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Hat Moringa antikanzerogene Effekte?

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Hat Moringa antikanzerogene Effekte?

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Erschienen in: onkologie heute

Dem Meerrettichbaum Moringa oleifera werden vielfältige gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben. Auch Anti-Krebs-Eigenschaften soll die Pflanze haben. Laut einer aktuellen Analyse des DKFZ-Krebsinformationsdienstes stützt sich diese Aussage ausschließlich auf experimentelle Befunde. Klinische Studien gibt es nicht.

In der Petrischale haben Extrakte aus Blättern, Samen und Wurzeln des Moringabaums tatsächlich Effekte gezeigt, die auf eine antikanzeröse Wirksamkeit hindeuten. Die Extrakte hemmten das Wachstum von Tumorzellen und lösten deren Apoptose aus. Die präklinischen Daten sind umfangreich und können als solide gelten. Klinische Studien mit Moringaextrakten gibt es aber nicht. Mit anderen Worten: Eine antikanzeröse Wirkung ist nicht bewiesen. Ärzte sollten ihre Patienten dahingehend aufklären.

Potpourri mit vielen Goodies

Alle Pflanzenteile des ursprünglich aus Indien stammenden Moringabaums sind essbar. Die rübenartig verdickten Wurzeln, aber auch Blätter und andere Pflanzenteile enthalten Senfölglykoside, die stark nach Meerrettich riechen. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Inhaltsstoffen mit potenziell gesundheitsfördernden Effekten identifiziert: unter anderem Antioxidanzien wie Vitamine und Carotinoide, Mineralstoffe, Saponine und Polyphenole. 

Moringaprodukte werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die in der empfohlenen Dosis als sicher gelten. Allerdings wurden Kontaminationen von Moringaprodukten mit Erregern oder Schadstoffen beschrieben. Laut der Verbraucherzentrale wurden in Produkten aus getrockneten Blättern wiederholt Salmonellen nachgewiesen. Außerdem fanden sich in Moringablattpulver Pestizide in Konzentrationen, die deutlich über den gültigen Höchstgrenzen lagen. Und auch mit dem verbotenen krebserregenden Ethylenoxid können Moringaprodukte verunreinigt sein.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten und Moringa-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln sind Wechselwirkungen nicht auszuschließen. Auch darüber sollten Krebspatienten aufgeklärt werden. Präklinische Studien weisen darauf hin, dass Inhaltsstoffe von Moringa oleifera das Enzym CYP3A4 des Cytochrom-P450-Systems inhibieren, so dass möglicherweise bei einer Vielzahl von Medikamenten das Risiko von Interaktionen besteht.  

Quelle: Fachnachricht des DKFZ-Krebsinformationsdienstes vom 27. August 2024 https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/detail/moringa-wunderbaum-zur-krebstherapie

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