Onkologie » Hämatoonkologie » Leukämien und MDS

»

S3-Leitlinie zur CLL in aktualisierter Version

Haarzellenleukämie, 3D-Illustration. Es handelt sich um eine hämatologische Malignität, chronische lymphatische Leukämie, mit Ansammlung abnormaler B-Lymphozyten

S3-Leitlinie zur CLL in aktualisierter Version

Aktuelles

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zur Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) umfassend überarbeitet. Die S3-Leitlinie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), 31 weitere Fachgesellschaften und Organisationen waren beteiligt.

Um das individuelle Progressionsrisiko – das bei CLL sehr unterschiedlich ist – besser abschätzen zu können, empfiehlt die neue Leitlinie, vor dem Start einer neuen Therapielinie den TP53-Deletions- und Mutationsstatus und zusätzlich den IGHV-Mutationsstatus zu erheben. In der Vergangenheit wurde lediglich die Testung des TP53-Mutationsstatus empfohlen. Mit der erweiterten genetischen Testung lasse sich das individuelle Progressionsrisiko noch besser abschätzen, so Leitlinien-Koordinatorin Prof. Barbara Eichhorst, Köln. „Bei entsprechendem Risikoprofil können wir mit einer intensiveren Überwachung und möglicherweise aggressiveren Therapien reagieren.“

Chemotherapie-freie Regime empfohlen

Neu ist auch die Empfehlung chemotherapie-freier Behandlungsregime. Dieses Vorgehen wurde möglich mit der Verfügbarkeit von Signalweginhibitoren wie BTK- oder Bcl-2-Inhibitoren. „Wir empfehlen in der überarbeiteten Leitlinie für die Erstlinien- und auch die Rezidivtherapie nur noch chemotherapie-freie, zielgerichtete Therapien“, so Barbara Eichhorst. Studien hätten gezeigt, dass diese Therapien bei CLL einer Chemoimmuntherapie überlegen sind. Selbst die Prognose von Hochrisiko-Patient:innen konnte durch diese Therapieoption deutlich verbessert werden. Eine Chemoimmuntherapie ist jetzt nur noch in Ausnahmefällen eine Option.

Neu aufgenommen in die Leitlinie wurden Empfehlungen zur Richter-Transformation. Dabei handelt es sich um den Übergang der CLL in ein aggressives Lymphom (meist ein diffus großzelliges B-Zell Lymphom), der oft mit einer schnellen klinischen Verschlechterung einhergeht. Das neue Leitlinienkapitel umfasst Empfehlungen zu Risikofaktoren, Diagnostik und Therapie der Richter-Transformation.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft vom 11. Februar 2025

Bilderquelle: © Dr_Microbe – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Illustration des weiblichen Fortpflanzungssystems mit hervorgehobenen Tumorzellen, symbolisch für die Fortschritte in der Therapie des Ovarialkarzinoms.

Ovarialkarzinom: Genaktivitätsmuster verrät wer von einer Therapie profitiert

Aktuelles

Eierstockkrebs wird oft spät entdeckt und ist selten heilbar. Viele Patientinnen erhalten zusätzlich zur Chemotherapie Bevacizumab, das die Blutversorgung des Tumors blockiert – es hilft doch nicht allen und hat teils schwere Nebenwirkungen.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Ovarialkarzinom

Beitrag lesen
Schematische Darstellung von Uterus mit weissem und tuerkisem Band als Symbol fuer Zervixkarzinom und Leitlinien

S3-Leitlinie: neuer Therapiestandard bei metastasiertem Gebärmutterhalskrebs

Aktuelles

Aktualisiert im Leitlinienprogramm Onkologie: die S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom. Aufgrund neuer Studien wurden unter anderem die Empfehlungen zur Operation, zur Systemtherapie im fortgeschrittenen Stadium und zur Radiochemotherapie überarbeitet.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Zervixkarzinom

Beitrag lesen
Abstrakte 3D-Darstellung von metallischen Ringen, die von schwarzen Würfeln mit dünnen Drähten umgeben sind, auf dunkelblauem Hintergrund

Ionenstrahl misst sich selbst bei Krebstherapie

Aktuelles

Mixed Beams könnten die Krebstherapie präziser machen: Kohlenstoffionen zerstören den Tumor, Heliumionen durchqueren den Körper und liefern Informationen über die Anatomie. Dafür muss das Mischungsverhältnis im Strahl genau bekannt sein. Forschende der TU Wien und des MedAustron haben nun eine Methode entwickelt, die genau das misst, ohne den Strahl zu stoppen. Ein Fortschritt.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen