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Tarlatamab: Neurologische Komplikation bei Patient*innen mit Hirnmetastasen

3D-Illustration eines transparenten menschlichen Kopfes mit sichtbarem Gehirn und roten Viruszellen oder Hirnmetastasen

Quelle: © Design Cells – stock.adobe.com

Tarlatamab: Neurologische Komplikation bei Patient*innen mit Hirnmetastasen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Auf dem DGHO-Kongress wurde eine Kölner Fallserie zur Tumor-Inflammations-assoziierten Neurotoxizität (TIAN) unter Tarlatamab vorgestellt. Betroffen waren Patient*innen mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) und Hirnmetastasen, die sich unter Dexamethason meist schnell erholten.

Tarlatamab, ein DLL3/CD3-bispezifischer T-Zell-Engager, ist in der Zweitlinientherapie des SCLC sowie bei Hirnmetastasen der Chemotherapie überlegen. Reale Versorgungsdaten zeigen jedoch, dass unter der Behandlung bis zu 41 Prozent der Patient*innen ein Immuneffektorzell-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) entwickeln, deutlich häufiger als in den Zulassungsstudien berichtet. Eine Fallbeschreibung hatte zudem erstmals eine TIAN unter Tarlatamab dokumentiert, die in den Registrierungsstudien nicht erfasst worden war.

Die retrospektive Analyse umfasste 42 Patient*innen mit extensiv-stadiertem SCLC, die zwischen dem 8. Mai 2025 und dem 31. März 2026 am Universitätsklinikum Köln mindestens eine Dosis Tarlatamab erhalten hatten. Die Diagnose wurde durch Auswertung der Krankenakten gestellt und gemäß CTCAE Version 6.0 charakterisiert.

Sieben der 42 Patienten – 17 Prozent – zeigten eine neurologische Verschlechterung, die klinisch mit TIAN vereinbar war. Alle sieben hatten bereits vor Therapiebeginn Hirnmetastasen. Sechs Patienten besserten sich nach Gabe von Dexamethason rasch, im Median nach 20,5 Stunden. Bei einem Patienten bildeten sich die Symptome nach 72 Stunden spontan zurück.

Die Autoren schlussfolgern, dass TIAN eine eigenständige neurologische Komplikation bei SCLC-Patienten mit Hirnmetastasen unter Tarlatamab darstellen könnte, die über andere Mechanismen als ICANS entsteht. Prospektive Untersuchungen und mechanistische Studien seien dringend nötig, um Risikofaktoren zu definieren und das Management zu verbessern.

Quelle: Verheyen M, Balke-Want H, Eckhoff J et al. Tumor Inflammation-Associated Neurotoxicity (TIAN) in patients with small cell lung cancer treated with tarlatamab [Abstract V155]. DGHO-Jahrestagung 2026; 9.–12. Oktober; Wien, Österreich.

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