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RG klärt Patienten im Podcast-Format auf

Lilly Sophie Dydymski

RG klärt Patienten im Podcast-Format auf

Aus der Praxis

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

mgb medizin Redaktion

Verlag

5 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Über die wichtigsten Netzhauterkrankungen und ihre Hintergründe können sich Patienten ab sofort im Audioformat informieren: Unter dem Titel „Ihr Auge im Fokus“ engagiert sich die Retinologische Gesellschaft, um eine bekannte Lücke im Versorgungsalltag schließen. Bereitgestellt werden seriöse Fachinformationen, die Betroffenen und ihren Angehörigen Orientierung bieten.

Plötzlicher Sehverlust, Netzhauterkrankung, augenärztlicher Notfall: Wenn eine Diagnose gestellt ist, bleibt oft wenig Zeit, um auf die Patienten individuell einzugehen und ihre Fragen zu beantworten. Was steckt dahinter und was ist zu tun?

Damit die Betroffenen mit ihren brennenden Fragen nicht auf sich allein gestellt bleiben, hat die Retinologische Gesellschaft (RG) einen eigenen Podcast über die häufigsten Netzhauterkrankungen ins Leben gerufen. In Audiostrecken von jeweils 10-15 Minuten unterhält sich Lilly Sophie Dydymski mit ausgewiesenen Experten, die empathisch und patientennah die wichtigsten Informationen weitergeben.

RG-Podcast „Ihr Auge im Fokus“

Unter dem Motto „Ihr Auge im Fokus“ richtet sich das Angebot der RG ausdrücklich an Betroffene und interessierte Laien. Die Gespräche behandeln häufige Erkrankungen und Notfälle der Netzhaut – und greifen genau die Fragen auf, die Patientinnen und Patienten in der augenärztlichen Sprechstunde beschäftigen. Dabei geht es um medizinische Hintergründe, die Einordnung der Diagnose und ein besseres Verständnis der weiteren Behandlung. Jedes Krankheitsbild wird in drei Folgen behandelt, um die komplexen Inhalte auf verständliche Weise darzustellen.

Die Idee für den Podcast kam von Lilly Sophie Dydymski, die an der Dresdener TU im neunten Semester Medizin studiert. Sie erzählt: „Während meiner Famulaturen habe ich sehr eindrücklich beide Seiten erlebt: Ärztinnen und Ärzte, die angesichts voller Wartezimmer frustriert waren, weil ihnen nicht ausreichend Zeit für die einzelnen Patientinnen und Patienten blieb. Und die Betroffenen, die eine Diagnose zunächst verarbeiten mussten und zu Hause mit vielen offenen Fragen allein dastanden. Gerade Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen können nicht mal eben im Internet googeln – jede Eigenrecherche ist für sie beschwerlich, ganz zu schweigen von der Verlässlichkeit der herausgesuchten Informationen.

Ein Podcast bot hierfür aus meiner Sicht den besten niedrigschwelligen und kostenfreien Zugang zu verlässlicher medizinischer Aufklärung – auch deshalb, weil man ein Audioformat zu jeder Tages- und Nachtzeit anhören und mit Angehörigen teilen kann.  Da eine höhere Gesundheitskompetenz nachweislich mit einer besseren Therapieadhärenz und höherer Patientenzufriedenheit verbunden ist, möchte ich mit dem Podcast an dieser Stelle einen Beitrag leisten.“

Von der Idee ging Dydymski eigeninitiativ in die praktische Umsetzung:

„Ich habe mich mit dem Podcast-Konzept direkt an die Retinologische Gesellschaft gewandt und darum gebeten, das Projekt gemeinsam anzugehen. Ich finde die Botschaft unheimlich wichtig, die eine Fachgesellschaft mit einem solchen Projekt vermittelt, denn  Fachgesellschaften verfügen über die notwendige fachliche Expertise, hohe wissenschaftliche Standards und die besondere Glaubwürdigkeit, um medizinische Inhalte evidenzbasiert und unabhängig aufzubereiten. Dadurch können sie sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten verlässliche Informationen erhalten und Fehlinformationen entgegengewirkt wird.“

Verlässliche Informationen zum Nachhören

Bei Prof. Nicolas Feltgen, Vorsitzender der RG, rannte die angehende Retinologin die sprichwörtlich offene Tür ein: „Wir hatten als RG Vorstand seit geraumer Zeit den Wunsch, mehr Informationen unter die Menschen zu bringen, hatten aber vor allem die ärztlichen Kollegen im Blick gehabt“,sagt Prof. Feltgen in Anspielung auf das Youtube-Format „RG nachgefragt“, das retinologische Themen im lockeren Talk-Format darstellt.„Die Idee für den Patienten-Podcast kam tatsächlich von Frau Dydymski selbst. Sie hat komplett in Eigenregie einen Plan vorgeschlagen, wie man das Projekt umsetzen könnte.“

Auf diese Weise entstanden bereits 15 Folgen. Zu jeder Krankheit gibt es drei Teile – eine zusammenfassende Übersicht, eine Folge zu Ursachen und Entwicklung sowie einen Beitrag, der Therapiemöglichkeiten aufzeigt und nützliche Tipps gibt. Erklärt werden auf diese Weise Altersbedingte Makuladegeneration, Diabetische Retinopathie, Zentralarterienverschluss, Retinaler Venenverschluss und Frühgeborenenretinopathie. Als aufklärende Experten sind Prof.Albrecht Lommatzsch, Prof. Focke Ziemssen, Prof. Andreas Stahl und Prof. Nicolas Feltgen zu hören.

Es macht uns große Freude, Frau Dydymski Rede und Antwort zu stehen und damit Betroffene fundiert zu informieren. Die Fragen, die sie im Podcast an die Spezialistinnen und Spezialisten stellt, sind genau die typischen Fragen, die uns täglich in der Sprechstunde begegnen. Wenn man berücksichtigt, dass man sich als Patientin oder Patient nur einen geringen Teil der Informationen merken kann ist es sicherlich hilfreich, wenn es eine zuverlässige Quelle gibt, die die wesentlichen Informationen zu einer Erkrankung oder zu einem Eingriff nochmals zusammenfasst. Und er fügt hinzu: „Auch für die augenärztlichen Kolleginnen und Kollegen ist das eine große Hilfe, weil die Patientinnen und Patienten bereits vorinformiert in die Sprechstunde kommen können und man sie gezielter aufklären kann.“

Ermutigende Rückmeldungen

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf das Format? „Die Rückmeldungen sind sehr ermunternd und erfreulich. Die Nutzerzahlen steigen ebenfalls, was belegt, dass dieses neue Angebot ein Publikum findet“, so Prof. Feltgen.

Für ihn ist das Projekt zugleich ein Beispiel für den Wert neuer Perspektiven innerhalb der Fachgesellschaft: „Für mich ist es eine Freude zu sehen, dass junge Kolleginnen und Kollegen mit ihren Ideen und ihrer Kreativität die Arbeit von uns allen unterstützen und verbessern. Da muss man sich um die Zukunft keine Sorgen machen.“

Zur Person

Lilly Sophie Dydymski studiert ab Wintersemester 2026/27 im 9. Fachsemester Humanmedizin an der TU Dresden. Zudem absolviert sie dort parallel den Masterstudiengang Public Health. Sie promoviert am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der AG Karl zu Pathomechanismen der AMD. Außerdem ist sie aktives Gründungsmitglied eines Start-Ups aus den LifeSciences. Foto: Privat

„Ihr Auge im Fokus“ – Der Aufklärungspodcast rund um die Netzhaut und ihre Erkrankungen, herausgegeben von der Retinologischen Gesellschaft und moderiert von Lilly Sophie Dydymski, ist zu finden auf Apple Podcast und weiteren Plattformen:

https://podcasts.apple.com/no/podcast/ihr-auge-im-fokus/id1823184577

Die ärztliche Sendereihe RG nachgefragt kann man hier auf Youtube ansehen:

https://www.youtube.com/@retinologischegesellschaft

Text von Rosemarie Frühauf. Erschienen in Concept Ophthalmologie 6-2026.

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