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Zwangsstörungen als „heimliche Erkrankung“ im Kindesalter erkennen

Mädchen beim Händewaschen im Badezimmer

Quelle: © Suzi Media – stock.adobe.com

Zwangsstörungen als „heimliche Erkrankung“ im Kindesalter erkennen

Fachbeitrag

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mgb medizin Redaktion

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2 MIN

Erschienen in: pädiatrische praxis

Wenn trockene, rissige Hände mehr bedeuten

Zwangsstörungen treten im Kindes- und Jugendalter häufiger auf als angenommen. Die Zwangsstörung kann in der pädiatrischen Praxis leicht übersehen werden, da Betroffene zunächst unspezifische somatische Symptome zeigen, welche aufgrund von Scham und Verheimlichung selten angesprochen werden. Kinderärztinnen und -ärzte spielen eine wichtige Rolle in der Früherkennung und Weitervermittlung.

Zusammenfassung

Zwangsstörungen treten im Kindes- und Jugendalter häufiger auf, als gemeinhin angenommen wird, und werden in der pädiatrischen Praxis dennoch häufig übersehen. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die Erkrankung initial oft über unspezifische somatische Symptome manifestiert, wie beispielsweise entzündete, trockene oder rissige Hände infolge exzessiven Händewaschens im Rahmen eines Waschzwangs.

Darüber hinaus gehen Zwangsstörungen häufig mit ausgeprägter Scham und Verheimlichung einher, sodass betroffene Kinder und deren Familien die Symptomatik selten spontan ansprechen. Kinderärztinnen und Kinderärzte nehmen daher eine zentrale Rolle in der Früherkennung ein. Durch gezielte und offene Screeningfragen können sie wesentlich zur frühzeitigen Diagnosestellung und zur Weiterleitung an spezialisierte Behandlungsangebote beitragen.

Auch für Pädiaterinnen und Pädiater sowie Dermatologinnen und Dermatologen sind bestimmte Störungsbilder aus dem Zwangsspektrum von besonderer Relevanz. Hierzu zählen insbesondere die Trichotillomanie (Differenzialdiagnose: Alopezie) sowie die Skin-Picking-Störung (Excoriation Disorder), die sich häufig primär mit dermatologischen Befunden präsentieren. Ein weiteres klinisch relevantes Thema stellt das PANDAS-Syndrom (Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections) dar, das als mögliche infektiös getriggerte Form von Zwangssymptomatik insbesondere im Kindesalter diskutiert wird.

Autor*innen: À. Mayordomo Aranda1, S. Pfeuffer1, U. Voderholzer1,2,3

1 Schön Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee; 2 Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikum der Universität München, LMU München; 3 Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg

Der Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in pädiatrische praxis 2026; 104 (3): 350–358.

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