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Deutscher Krebskongress 2026: Krankenhausreform muss Onkologie stärker beachten

Gesundheitspolitische Weichenstellungen zur Sicherung der Krebsversorgung forderte Prof. Michael Ghadimi, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, auf dem Deutschen Krebskongress 2026. (Foto: umg/S. Pförtner)

Quelle: Gesundheitspolitische Weichenstellungen zur Sicherung der Krebsversorgung forderte Prof. Michael Ghadimi, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, auf dem Deutschen Krebskongress 2026. (Foto: umg/S. Pförtner)

Deutscher Krebskongress 2026: Krankenhausreform muss Onkologie stärker beachten

Berufspolitik

Onkologie, Urologie

Berufspolitik, Gesundheitspolitik

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: UroForum

Auf der Eröffnungspressekonferenz zum Deutschen Krebskongress (DKK) 2026 in Berlin wurde deutlich, dass die aktuellen gesundheitspolitischen Reformen nicht ausreichen, um die Krebsversorgung zukunftsfest zu gestalten. In der Krebsmedizin braucht es neben der Nachbesserung der Krankenhausreform auch verstärkte Netzwerkstrukturen, mehr Prävention sowie neue Talente mit frischen Ideen.

Aufgrund der finanziellen Schieflage des Gesundheitssystems sei der gesundheitspolitische Reformbedarf groß – auch in der Versorgung von Krebsbetroffenen. „2026 ist ein wichtiges Jahr für die Gesundheitspolitik – jetzt müssen die Weichen für ein bezahlbares System gestellt werden, das eine qualitativ hochwertige Krebsversorgung für Patienten sicherstellt“, unterstrich Prof. Michael Ghadimi, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Neben der besseren Verzahnung von Forschung und Versorgung müsse dringend die Krankenhausreform nachgebessert werden. „Hier brauchen wir eine Kehrtwende, denn mit den jetzigen Plänen besteht das Risiko, dass Krebspatient*innen weiterhin in Kliniken versorgt werden, die nicht ausreichend qualifiziert sind“, so Ghadimi.

Anpassungsbedarf sieht er bei den Qualitätsanforderungen der onkologischen Leistungsgruppen und bei onkochirurgischen Mindestmengen. Zudem lasse das Krankenhausreformanpassungsgesetz auf Länderebene zu viele Ausnahmen von Qualitätsvorgaben zu. „Und das geht auf Kosten der Krebspatient*innen. Wenn sich Krebsbetroffene – die sich ohnehin in einer vulnerablen Lage befinden – in eine Klinik begeben, müssen sie sichergehen können, dass diese auch die notwendige Expertise hat. Alles andere wäre Etikettenschwindel bei der Klinikreform“, fügte Ghadimi hinzu. Er fordert daher, die hohen Qualitätsanforderungen in die Krankenhausreform zu integrieren, die die zertifizierten Krebszentren derzeit erfüllen, und eine stärkere Zentralisierung der Krankenhauslandschaft. Das sei für die Versorgungsqualität wichtig und biete zugleich Einsparpotenzial. Krebsbetroffene, die sich in zertifizierten Zentren erstbehandeln lassen, profitierten von besseren Behandlungsergebnissen und längeren Überlebenszeiten – das habe die WiZen-Studie belegt. Zudem zeigten Studiendaten für Darmkrebs, dass bei der Versorgung in zertifizierten Zentren durch eine effizientere Versorgung geringere Kosten für die Solidargemeinschaft anfallen.

„Jede Krebspatientin und jeder Krebspatient in Deutschland sollte zunächst in einem Comprehensive Cancer Center (CCC) oder einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Krebszentrum behandelt werden“, forderte auch Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. „In den zertifizierten Zentren ist eine qualitätsgesicherte, leitliniengerechte Therapie auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Krebsmedizin sichergestellt. Solange es politisch gewollt ist, dass die Akuttherapie in Deutschland an jedem Krankenhaus möglich ist, werden wir in der Onkologie Qualitätsprobleme haben, was nicht im Sinne der Patientinnen und Patienten sein kann. Gleichzeitig müssen die Versorgungsstrukturen – Spitzenzentren (CCCs), zertifizierte Krebszentren, niedergelassene onkologische Facharztpraxen – besser miteinander vernetzt werden.“

Franz-Günter Runkel

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