Urologie » Sexuelle Funktionsstörungen » Erektile Dysfunktion

»

Impotent durch Corona – immer mehr Fälle

Impotent durch Corona – immer mehr Fälle

Aktuelles

Urologie

Sexuelle Funktionsstörungen

Erektile Dysfunktion

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Eine besondere Langzeitfolge sieht der bayerische Facharzt Dr. Axel-Jürg Potempa immer häufiger in seinem Kompetenzzentrum für Urologie, Andrologie, Psychosomatik und Sexualmedizin. Er muss zunehmend Patienten behandeln, die nach einer Corona-Infektion über Potenzprobleme klagen. Deswegen sind bei ihm 32 Patienten im Alter von 31-69 Jahren in Behandlung. Gemeinsam ist, dass sie alle einen eher moderaten Infektionsverlauf hatten.

„Es kristallisiert sich leider immer deutlicher heraus, dass ein milder Verlauf noch keine Garantie dafür ist, von Langzeitfolgen verschont zu bleiben“, sagt Potempa. Sein Eindruck deckt sich mit Erkenntnissen von anderen Ärzten und Forschern. Es gab immer wieder Stimmen die in den vergangenen Monaten an verschiedenen Stellen auf Corona-bedingte Potenzprobleme hinwiesen. „Das Thema Potenzstörungen“ sei etwas, das „ein durchaus relevanter Anteil der Patienten geschildert hat“, hatte Prof. Gernot Rohde vor einer Weile in einer Folge des NDR-Corona-Update-Podcasts festgestellt. Er leitet die Post-Covid-Ambulanz am Uniklinikum in Frankfurt am Main. Von „besorgniserregenden Corona-Spätfolgen wie Impotenz“ sprach auch die bekannte, US-amerikanische Wissenschaflerin Dr. Dena Grayson.

Die Ursache der Potenzprobleme lägen u. a. in einem infektionsbedingt gestörten Stickoxidausstoß (NO) aus dem Innenbereich der Gefäßzellen. Stickoxid ist ein wichtiger Bestandteil in der Reaktionskette einer Erektion. Darüber hinaus hemmt laut Potempa „Corona die Bildung der Sexualhormone Testosteron und DHEA“.

Potempa berichtete, dass er mit PDE-5-Hemmern ganz gute Erfolge bei den beschriebenen Patienten erziele. PDE-5-Hemmer laufen unter Handelsnamen wie Viagra, Levitra oder Cialis. Sie wirken auf Enzyme, die einen Einfluss auf die Blutversorgung des Gliedes haben und beheben so das Problem. „Bei fast allen Corona-Patienten mit erektiler Dysfunktion ist eine Besserung eingetreten, aber die Behandlung kann sich über Monate hinziehen“, sagt Potempa.

Quelle: Münchner Merkur und Ärztlicher Nachrichtendienst

Bildquelle: © Rido – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Standardisierte Untersuchungsposition (J. Kociszewski; EvK Hagen-Haspe) © privat

Pelvic-Floor-Sonographie in der urogynäkologischen Diagnostik

Fachbeitrag

Die Pelvic-Floor-Sonographie nach Kociszewski ermöglicht eine dynamische und dreidimensionale Beurteilung aller drei Beckenbodenkompartimente. Als nichtinvasive Methode kann sie bei Harninkontinenz und Beckenbodensenkungen funktionelle Veränderungen, Implantate und pathophysiologische Mechanismen sichtbar machen und dadurch die individuelle Therapieplanung unterstützen.

Urologie

Gynäkologische Urologie

Beitrag lesen
© Elena - stock.adobe.com

DGU-Kongress 2026 setzt Impulse für die Urologie von morgen

Aktuelles

Mit rund 6800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern endet heute der 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. im Congress Center Düsseldorf. Volle Vortragssäle, eine sehr gut besuchte Industrieausstellung und intensive Diskussionen prägten die vier Kongresstage unter dem Motto „Dem Leben eine Zukunft geben“.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen
Vor zentralen Weichenstellungen sieht BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt die Bundesregierung. © BÄK

Bundesärztekammer mahnt notwendige Reformen an

Berufspolitik

Zum Auftakt der parlamentarischen Arbeit nach der Sommerpause hat die Bundesärztekammer (BÄK) die Bundesregierung zu entschlossenem Handeln in der Gesundheitspolitik aufgerufen. So müssten die notwendigen Reformen nun zügig kommen.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen