97% – fast 600 Millionen Behandlungsfälle, also rund 97% der gesamten Fälle, werden pro Jahr in Deutschland ambulant versorgt. Auf diese Leistungen entfallen 15% der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Demgegenüber stehen 3% bzw. rund 18 Millionen Fälle im Jahr, die in Krankenhäusern behandelt werden, aber mit 33% bei den GKV-Ausgaben zu Buche schlagen. Das geht aus einem aktualisierten Faktenblatt der KBV zu Leistungen und Kosten der ambulanten Gesundheitsversorgung hervor. Von den GKV-Gesamtausgaben 2025 in Höhe von ca. 336,4 Milliarden Euro wurden rund 50,1 Milliarden Euro für ambulante Leistungen bereitgestellt, für die Krankenhäuser waren es 111,5 Milliarden – größter Kostenblock unter den GKV-Ausgaben.103,2 Milliarden entfielen auf Zahnarztpraxen, Heil- und Hilfsmittel, Vorsorge- und Reha-Maßnahmen, 58,3 Milliarden auf Arzneimittel und 13,3 Milliarden auf Verwaltungskosten. Das ambulante System ist damit unterfinanziert.
Das Bundesgesundheitsministerium hat daher eine Finanzkommission einberufen, die konkrete Vorschläge zur Stabilisierung der GKV-Finanzen erarbeiten soll.
Die KBV hat dazu auch Vorschläge eingereicht. Sie sieht z.B. folgende Einsparpotentiale: rund 58 Milliarden Euro aus versicherungsfremden Leistungen, 8 Milliarden für Ambulantisierung und 1,2 Milliarden für freiwillige Satzungs- und Ermessungsleistungen.
Weitere Informationen zur ambulanten Gesundheitsversorgung und deren Finanzierung unter: KBV – Dossier Finanzierung
Quelle: Praxisnachrichten Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV





